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Bund verliert Geld

Bis 90 Millionen Franken hätte die Eidgenossenschaft sparen können, wenn sie mit dem Kauf von Euro zugewartet hätte.

Dem Bund entgehen wegen der Aufhebung des Mindestkurses mehrere Millionen Franken, weil Devisen für geplante Ausgaben in Fremdwährungen jeweils im Jahr zuvor gekauft werden. Hätte der Bund Euro zum aktuellen Kurs gekauft, hätte er 60 bis 90 Millionen Franken sparen können. Philipp Rohr, Sprecher der Eidgenössischen Finanzverwaltung (EFV), bestätigte gestern auf Anfrage einen Bericht der Sendung «Heute Morgen» von Schweizer Radio SRF. Die Idee hinter den frühzeitigen Devisenkäufen sei, dass damit die Budgettreue und die Planbarkeit erhöht werde, sagte er. Im Zuge eines solchen Ausgabenposten schliesst der Bund mit einer Bank ein sogenanntes Termingeschäft ab. Zu einem gewünschten Zeitpunkt im folgenden Jahr erhält er dann Fremdwährungen zu dem im Voraus festgelegten Kurs. Das kann Auswirkungen in beide Richtungen haben, wie Sprecher Rohr betont: «Wenn sich der Franken aufwertet, zahlen wir etwas mehr, wenn er sich abschwächt, etwas weniger.» Wie die Bilanz bis Ende Jahr ausfällt, ist noch unklar. Zudem steht den möglichen Verlusten auf Euro ein Gewinn auf Dollar gegenüber. Dieser sei letztes Jahr zu 90 Rappen gekauft worden, heute würde er über 92 Rappen kosten, wie der EFV-Sprecher sagte. «Langfristig sollte sich das ausgleichen.» Ausserdem sei es nicht Aufgabe des Bundes, mit Devisen zu spekulieren. Der Umfang der Termingeschäfte ist im Verhältnis zum Bundesbudget überschaubar. Im Rahmen des Budgets 2015 wurden 360 Millionen Franken abgesichert, hinzu kommen 240 Millionen Franken für Spezialgeschäfte. Die total 600 Millionen Franken machen rund 1 Prozent des Bundesbudgets aus.

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