Zum Hauptinhalt springen

Bundesfeier: Vereine winken ab

Das Organisieren des Bundesfeier ist in Illnau-Effretikon Sache der Vereine. Der Stadtrat hat aber immer mehr Mühe, insbesondere jene in Effretikon zu mobilisieren.

Die Illnau-Effretiker Bundesfeier hat in diesem Jahr wie schon 2009 im Weiler Bietenholz stattgefunden. Hätte der dort ansässige Landwirt Adrian Kuhn kein OK zusammentrommeln und weitere rund 100 Helfer aus verschiedenen Vereinen mobilisieren können, hätte die Feier womöglich gar nicht stattgefunden. «Leider sahen sich die Vereine von Effretikon bereits zum dritten Mal innert zehn Jahren nicht in der Lage, das Fest zu organisieren», hält Stadtrat Max Binder in einem Leserbrief an den «Landboten» fest.

Binder ist dafür zuständig, dass am 1. August in der Stadt auch ein Fest stattfindet. Und er hat zusehends Mühe, die Effretiker Vereine dazu zu bringen, es zu organisieren. Traditionell findet der Anlass nämlich alternierend in den Stadtteilen Illnau, Ottikon und Effretikon statt. In diesem Jahr wäre Effretikon an der Reihe gewesen. Doch die dortigen Vereine winkten ab, als die Anfrage vom Stadtrat kam.

«Riesiger Aufwand»

Für den Präsidenten des Dachverbands der Illnau-Effretiker Sportvereine (DIES), Christoph Müller, hat das einen einfachen Grund: «Das Organisieren ist mit einem riesigen Aufwand verbunden, und für die Vereine schaut nichts dabei heraus.» Auch sei es während der Sommerferien schwierig, genügend Leute aufzubieten. Und: «Nur wenig später findet die Illnauer Chilbi statt, an der wir sehr engagiert sind.»

Auch ist Müller der Meinung, «dass die Bundesfeier Sache der Stadt ist». Stellte die Stadt ein OK, «dann würden die Vereine eher mithelfen», ist er überzeugt. Das sieht der Bietenholzer Adrian Kuhn, der auch Vorstandsmitglied des Vereins Illauer Brauer ist, anders: «Sobald Politik oder Verwaltung involviert sind, kostet es gleich mehr.» Und dass die Vereine an der 1.-August-Feier nichts verdienten, will er nicht gelten lassen. «Es wird auch dieses Jahr wieder ein schöner Batzen in den Vereinskassen landen.»

Die Stadt leistet jeweils eine Defizitgarantie in der Höhe von 10 000 Franken. Ein Vielfaches haben Kuhn und seine Helfer im Vorfeld ausgegeben. Doch sorgen müssten sich die Vereine nicht, sagt er. Getränke und Fleisch könnten sie zurückgeben, «wenn mal nicht so viele Besucher kommen». 1200 Gäste kamen in diesem Jahr nach Bietenholz. Ein Familienprogramm war Bestandteil des Fests ebenso wie ein Höhenfeuer und ein Feuerwerk.

Für Kuhn ist die Tatsache, dass er mit einem «super Team ein schönes Fest für die Allgemeinheit» auf die Beine stellen kann, Motivation genug, es zu organisieren. Dass die Effretiker Vereine das nicht wollen, sei ein Problem unserer Gesellschaft: «Konsumieren wollen alle, aber selber etwas organisieren niemand.»

Dass sich daran etwas ändern wird, ist unwahrscheinlich. DIES-Präsident Christoph Müller lässt durchblicken, «dass der Appetit auf diese Feier nicht sehr gross ist». 2006 sprang der Weiler Mesikon ein. Vielleicht tut er das in drei Jahren wieder.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch