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Bundesligamacht Schweiz

18 Schweizer stehen neuerdings in der Bundesliga unter Vertrag. Ein Dutzend von ihnen dürfen sich als Stammspieler sehen, Diego Benaglio in Wolfsburg und Fabian Lustenberger in Berlin sind gar Captain. Eine starke Bilanz.

Xherdan Shaqiri gegen Ricardo Rodriguez – das ist zum Bundesligastart heute das Schweizer Duell, wenn Meister Bayern München den VfL Wolfsburg empfängt. Es stünde auch Diego Benaglio im Wolfsburger Tor, fiele er nicht erkrankt aus. Innenverteidiger Timm Klose sitzt auf der Bank der «Wölfe».

Schweizer gegeneinander – das wird in der 52. Saison der Bundesliga sehr häufig vorkommen, denn 18 von ihnen spielen nun in der Liga des Weltmeisters. Ein halbes Dutzend kann an diesem Wochenende debütieren. Der Erfahrenste von allen ist Tranquillo Barnetta, der schon im September 2004 anfing, als Leihgabe von Bayer Leverkusen für Hannover 96.

Das sind die 18 Bundesliga-Schweizer 2014/15 (nach der Zahl ihrer Einsätze):

Tranquillo Barnetta (Schalke 04/29 Jahre/238 Bundesligaspiele/26 Tore): Aus Frankfurt zurück, muss sich der St. Galler in Gelsenkirchen wieder vorwiegend dorthin setzen, wo er schon vor seinem Ausflug zur Eintracht sass: auf die Ersatzbank. Es sieht bei der sehr starken Konkurrenz auf den Aussenpositionen nicht danach aus, als hätte Barnetta viele Einsatzchancen.

Diego Benaglio (VfL Wolfsburg/31/193): Ein grippaler Infekt verzögert den Saisonstart Bena­glios, dessen Platz als Nummer 1 im Tor der «Wölfe» aber ungefährdet ist, seit er im Februar 2006 mit Paraden in einem Cup-Elfmeterschiessen gegen Schalke debütierte. Benaglio wurde von Trainer Dieter Hecking auch als Captain bestätigt.

Pirmin Schwegler (1899 Hoffenheim/27/147/6): Er verliess als Captain Eintracht Frankfurt und soll nun helfen, die Hoffenheimer als erfahrener «Sechser» zu stabilisieren. Im Cupspiel am vergangenen Wochenende gegen Hamburger Amateure wurde er wegen Adduktorenproblemen schonungshalber ausgewechselt. Ist er fit, gehört er aber zum unbestrittenen Stamm des Trainers Markus Gisdol. Auch morgen gegen Augsburg.

Fabian Lustenberger (Hertha Berlin/26/92/2): Seit sieben Jahren spielt er nun für die Berliner, seit einem Jahr ist er deren Captain. Allerdings warfen ihn immer wieder Verletzungen zurück. Deshalb hat er auch jetzt wieder Rückstand, ist sein Einsatz gegen Werder fraglich. Dennoch: Für Trainer Jos Luhukay bleibt der Luzerner unbestritten sein Captain.

Ricardo Rodriguez (VfL Wolfsburg/22/75/5): Kein anderer Wolfsburger Feldspieler hat seinen Platz so auf sicher wie der Zürcher Linksverteidiger, der sich auch mit seinen Standardsi­tua­tio­nen zu einem der anerkanntesten Spieler auf seiner Position in der Liga entwickelte – und dies in nur zweieinhalb Jahren. Er spielt also auch heute gegen die Bayern, womöglich als direkter Gegner Xherdan Shaqiris.

Timm Klose (VfL Wolfsburg/26/55/2): In Nürnberg profilierte er sich in der Saison 2012/13, in Wolfsburg missriet ihm – etwa mit einem Platzverweis – der Start. Seither sitzt er bei den «Wölfen» vornehmlich auf der Bank. Deshalb war er auch in der Nationalmannschaft kein Thema mehr.

Granit Xhaka (Borussia Mönchengladbach/22/50/1): Mal war er bei Lucien Favre gesetzt, mal musste er auf der Bank darben. Doch zu Beginn der neuen Saison scheint er sich seinen Platz als einer der «Sechser» wieder gesichert zu haben, im Cupspiel in Homburg war er bester Mann der Gladbacher.

Xherdan Shaqiri (Bayern München/23/43/10): Er ist zwar neben Benaglio der einzige der aktuellen Schweizer Bundesligaprofis, der auch einen deutschen Meistertitel im Palmarès hat. In Anbetracht des riesigen Kaders der Bayern gehört er aber weiterhin eher zu deren zweiter als zur ersten Wahl. Doch die aktuelle Personalsi­tua­tion mit Verletzungen und Trainingsrückständen könnte ihm zu einem Startplatz verhelfen, wie zuletzt schon im Cup.

Johan Djourou (Hamburger SV/27/36): Von der Arsenal-Leihgabe wurde er nach zehn Vertragsjahren in London zur definitiven Wahl des HSV. Die Norddeutschen sehen im Genfer also einen Garanten für eine bessere Zukunft. Gleich wieder auszurutschen, vermied der HSV im Cup im Cottbus in einem Elfmeterschiessen. Djourou hatte da eine schwache Szene beim zweiten Gegentor, eine starke, als er einen Elfmeter souverän verwertete, und insgesamt spielte er ordentlich. Auf jeden Fall gilt er zurzeit als gesetzter Innenverteidiger.

Josip Drmic (Bayer Leverkusen/22/33/17): Er hat eine fulminante erste Bundesligasaison hinter sich – trotz des Abstiegs von Nürnberg. Doch in Leverkusen mit dem Stürmerdenkmal Stefan Kiessling gibts noch keine reellen Aussichten auf einen Startplatz, nur für Kurzeinsätze wie am Mittwoch zwei, drei Minuten in der Champions League. Vielleicht erhält Drmic dereinst seine Chance auf der rechten Flanke, wo er sich auch in Nürnberg zuerst profilierte.

Admir Mehmedi (SC Freiburg/23/32/12): Im Cup musste er wegen muskulärer Probleme ausgewechselt werden. Die sind nicht gravierend, machen aber doch seinen Einsatz morgen in Frankfurt fraglich. Ist Mehmedi fit, ist er bei Christian Streich der Stürmer Nummer 1. Diesen Status hat er sich mit einem ausgezeichneten Frühjahr erobert. Die WM war durchaus eine Bestätigung, die nächste will er in seinem zweiten Bundesligajahr folgen lassen.

Marwin Hitz (FC Augsburg/27/32): Nach rund einem Dutzend Challenge-League-Spielen für den FC Winterthur und fünf Jahren als Nummer 3 und dann Nummer 2 in Wolfsburg ist er nun seit knapp einem Jahr die Nummer 1 in Augsburg. Er hat den Österreicher Alexander Manninger übertrumpft. Er hat das Vertrauen des Trainers Markus Weinzierl, auch nach der unangenehmen Cup-Niederlage in Magdeburg – nach einem unhaltbaren Gegentor.

Die sechs Neuen

Yann Sommer (Borussia Mönchengladbach/26): Er debütiert am Sonntag gegen den VfB Stuttgart. Er kam als klare Nummer 1 an den Niederrhein und wird das künftig wohl auch in der Nati sein.

Roman Bürki (SC Freiburg/24/0): Dass er erste Wahl der Badener morgen in Frankfurt ist, gilt als sehr wahrscheinlich, aber noch nicht als gesichert. Denn mit dem aus Bremen gekommenen Sebastian Mielitz musste er sich ein hartes Duell liefern.

Valon Behrami (Hamburger SV/29/0): Der Tessiner gilt dem HSV als neue Lebensversicherung im zentralen Mittelfeld. Deshalb überwiesen sie gut drei Millionen Euro nach Neapel und gaben sie ihm einen Vertrag über drei Jahre. Klar ist also auch, dass Behrami als Stammkraft in die Saison geht.

Haris Seferovic (Eintracht Frankfurt/22/0): Nach vorwiegend zwiespältigen Jahren in Italien und zuletzt bei Real Sociedad San Sebastian in Spanien gab ihm die Eintracht einen Dreijahresvertrag. Er eroberte sich gleich einen Platz im Sturm und spielt auch gegen Freiburg von Beginn weg.

Valentin Stocker (Hertha Berlin/25): Mit einer Ablösesumme von rund 3,2 Millionen Euro ist Stocker der teuerste Neue Herthas. Aber es sieht nicht so aus, als habe er seinen Kampf um einen Startplatz schon gewonnen. Fürs Cupspiel bei Viktoria Köln schaffte er es noch nicht mal ins Aufgebot. Ein klares Zeichen, dass er morgen gegen Hertha zumindest nicht beginnt.

Steven Zuber (1899 Hoffenheim/23/0): Er ist der bisher letzte Schweizer, der es in die Bundesliga schaffte. Nach ein paar Cup-Minuten wird er gegen Augsburg wohl wieder auf der Bank ­sitzen. hjs

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