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Busse mit Hybridantrieb enttäuschten im Test

Mit Hybridgelenkbussen lässt sich in Winterthur kein Treibstoff sparen: In einem Vergleichstest schnitten zwei solche Busse nicht besser ab als ein parallel eingesetztes Dieselfahrzeug. Stadtwerk will die Hybridbusse dennoch nicht abschreiben – weil sie leiser sind.

Wenn man einen Verbrennungsmotor mit einem Elektromotor und einer Ener­gie­rückgewinnung ergänzt, lässt sich Treibstoff sparen. An dieser Tatsache ändern die Testergebnisse von Stadtbus nichts. Die Daten zeigen aber, dass die Effizienz des Hybridantriebs von vielen externen Faktoren abhängt. «Neben der Topografie wirken sich auch die Netzbeschaffenheit und der Verkehrsfluss markant auf die festgestellten Treibstoffeinsparungen aus», heisst es in einer gestern publizierten Mitteilung. Akkus können nicht nachladen Zusammen mit sechs anderen Busunternehmungen hat Stadtbus zwei Hybrid-gelenkbusse der Firmen Mercedes und Hess getestet. Fazit: In Winterthur schneiden diese Busse punkto Verbrauch nicht besser ab als ein Referenzfahrzeug mit Dieselmotor. Demge­gen­über haben andere Verkehrsbetriebe eine Treibstoffeinsparung festgestellt, wenn auch unter 10 Prozent. Stadtbus-Sprecher Reto Abderhalden erklärt die Differenz mit dem dichten Haltestellennetz und dem oft zähen Verkehrsfluss in Winterthur. Bei diesen Bedingungen könnten die Lithium-Ionen-Akkus (Mercedes) respektive die Supercaps (Hess) oft nicht ausreichend geladen werden, sodass die Vorteile des Hybridantriebs entfallen. Beim Vergleich spiele auch eine Rolle, dass das Referenzfahrzeug selbst sehr modern und sparsam sei. «Wir haben schon heute sehr gute Fahrzeuge», so Abderhalden. Aufgrund der Testergebnisse ist es eher unwahrscheinlich, dass die Stadt in nächster Zeit Hybridgelenkbusse anschaffen wird. Denn diese sind rund doppelt so teuer wie die heute eingesetzten Dieselbusse und damit fast gleich teuer wie Trolleybusse. Für Hybridbusse sprächen einzig die geringeren Lärmemissionen. Dieser Umstand ist für Stadtbus immerhin Grund genug, die Option Hybridbus bei der nächsten Ausschreibung für Gelenkbusse zuzulassen. Bis dahin gebe es neue Modelle, und andere Verkehrsbetriebe hätten weitere Erfahrungen mit Hybridbussen gesammelt, sagt Abderhalden. Der Startschuss für die nächste Erneuerung der hiesigen Busflotte fällt 2014. Die Fahrzeuge werden dann sukzessive ersetzt, wobei die ersten neuen Busse frühestens 2015 in Winterthur eintreffen dürften. Ihre Dienstzeit dauert dann rund 15 Jahre.

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