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CD-SPOTS

Ausgelotete Freiheiten

Laura Cantrell ist im Americana-­Kuchen eine feste Grösse, seit Jahren pflegt sie mit Respekt zu ihren Folk- und Country-Wurzeln einen modernen, eigenstän­digen Sound. So auch auf «No Way ­There from Here». Cantrell lotet dabei erstaunlich freigeistig die Grenzen ihres Genres aus. Das kann mal mächtig auf die traditionelle Seite ausschlagen wie in der von einer übersüsst gleitenden Country-Gitarre getragenen Ballade «Glass Armour» oder der lüpfig gefiddelten Folk-Nummer «Beg or Borrow Days». Am anderen Ende der Extreme steht dann etwa «All the Girls Are Complicated», eine leicht rockende Grossstadtfolk-Nummer, oder das liebliche «Starry Skies» mit recht poppigen Grundzügen. Im Vordergrund steht bei Laura Cantrell stets die Melodie. Die Sängerin bedient sich innerhalb eines stilistisch stimmigen Rahmens so unterschiedlicher Mittel wie nur möglich. Man könnte kritisieren, dass so der rote Faden auf der Strecke bleibt. Dafür herrschen überall prächtige Farben, wodurch das Ganze dann doch einheitlich wirkt. Und dann ist da noch die hohe Stimmpräsenz der Singer-Songwriterin. Ihr Organ ist derart prägnant, dass ein Cantrell-Album eigentlich keine weiteren Leitplanken benötigt. (kö)

No Way There from Here

Laura Cantrell Shoeshine Records

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«Zwitter-Gitarrist» mit Bass

Philip Catherine ist der grosse Melodiker unter den «Zwitter-Gitarristen» des Jazz. Mit anderen Worten: Der Belgier mit Jahrgang 1942 ist trotz seiner Affinität für die Musik Django Reinhardts kein reiner Traditionalist (aber er hat die Tradition intus). Er ist aber auch kein Modernist (obwohl er Einflüsse aus Rock und Pop durchaus zulässt). Catherine lässt seine Gitarre nicht nur swingen, sondern auch singen – sein Timing ist tadellos, sein Sound vollmundig. Im Duo mit dem deutschen Kontrabassisten Martin Wind, der sich im Haifischbecken New York zu eta­blie­ren vermochte, hat Catherine eine ­wunderbare Duo-CD voll hinreissender Kabinettstückchen aufgenommen; unter den Stücken sind welche von Dexter Gordon, Hank Jones und Oscar Pettiford, Standards, eine McCartney-Nummer plus Eigenkompositionen. Manchmal ist allerdings der Kitschgehalt etwas gar gross. (tg)

New Folks

Catherine & Wind Act

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