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CD-SPOTS

Der Stern brennt

Auf «Rebellion Alltag» führt der Berner Dichter und Performer Kutti MC alias Jürg Halter seine zum Teil messerscharfen Beobachtungen über Beziehungsversuche und Alltagsbewältigung fort. Der frühere Lunik-Gitarrist Luk Zimmermann hat den Sound beigesteuert. Er ist noch etwas rockiger ausgefallen als auf dem von Stephan Eicher produzierten Vorgänger «Freischwimmer». Im Zen­trum stehen, wie immer bei Kutti MC, die (gesprochenen) Texte. Vom Mond aus gesehen erscheine unser ruheloses Treiben wohl als ein absurdes Theater, heisst es etwa im mitreissenden Stück «Härzschlag», das geprägt ist von einem treibenden Rhythmus und rockigen Gitarrensoli. Auf eine melodramatische Ballade über eine Beziehung folgt ein witziges und peppiges Stück über das Missfallen am eigenen Spiegelbild. In «Unghüür», einem Stück über die Langeweile, die das Sicherheitsdenken zur Folge habe, singt Popsänger Baschi den Refrain: «Trotzdem brännt kes Füür». Das Spiel mit den Klischees ist indes eine Gratwanderung, und zuweilen sind die Bilder so plakativ, dass sie aus der Fernsehwerbung stammen könnten; einige Songs wiederum wirken zu beliebig. Skurril und überraschend ist die Vision des Künstlers, der sich selbst gefunden hat. Als ein erloschener Stern schwebt er nun ganz weit oben über den Dingen und träumt von einem Einfamilienhaus («Hie obe isch es so chalt»). Keine Frage: Das Feuer, das Kutti MC antreibt, ist noch nicht erloschen. (dwo)

Rebellion Alltag

Kutti MC Sophie Records

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Zwischen Jazz und Rock

Das Zürcher Trio Rusconi bewegt sich munter zwischen Jazz und Rock. Im letzten Jahr hat es die «Echo»-Auszeichnung als «Best Live Act 2012» erhalten. Auf dem sechsten Album versammeln Pianist Stefan Rusconi, Bassist Fabian Gisler und Schlagzeuger Claudio Strüby zehn frische, unterhaltsame und überraschungsreiche Tracks. (dwo)

History Sugar Dream

Rusconi Qilin Records

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Aus der Hit-Mühle

Der verstärkte Einsatz elektronisch generierter Soundelemente auf ihrem neuen Album soll die Anhängerschaft von Pegasus polarisieren, war zu lesen. Wenn es denn stimmt, dass die Fans der Bieler Popband so heikel auf Neuerungen reagieren, dann ist es wohl tatsächlich besser, das Risiko niedrig zu halten. Diesen Grundsatz befolgen die Produzenten der Zürcher Hitmill-Studios, Roman Camenzind und Fred Herrmann, die bereits das Vorgängeralbum betreuten, denn auch weitgehend. Sie müssen wissen, worauf es ankommt, zählen doch Musiker wie Bligg, Stress, Adrian Stern und Anna Rossinelli zu ihren Kunden. An der Elektronik liegt es nicht, wenn auch das vierte Album hinter den vielversprechenden Anfängen von Pegasus zurückbleibt. Die flotte Disco-Nummer «Digital Kids» etwa gehört zu den Lichtblicken. Wenn nach dem Intro mit der zündenden Melodie die Studio-Orgel abgeht, dann tönt ein Song wie der andere, sofern nicht gerade, wie in ­«Other Side», ein überraschender Reggae-Rhythmus die Hauptstrasse kreuzt. Das Fleisch ist nicht das Problem, es ist die Sauce. (dwo)

Love & Gunfire

Pegasus Muve

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