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CD-SPOTS Blues mit Seele Innovation und Bewahrung

Da ist einer, der hat Job und Haus verloren. Wie muss das klingen in einem Bluessong? Verzweifelt, gewiss. Doch Robert Cray, der 59-jährige Bluesmusiker, macht daraus etwas Aussergewöhnliches. Da schlägt die Verzweiflung überraschend um in den Optimismus dessen, der nicht mehr belangt werden kann. «I’m Done Cryin’», singt er, ich habe genug geweint, es sind keine Tränen mehr übrig. Geblieben ist dem Mann etwas, was ihm nicht genommen werden kann, seine Würde. Cray inszeniert den Umschwung sacht, aber bestimmt mit trotzig-verheissungsvollen Triolen, die gleichsam nach vorne schauen, während die Violinen unaufdringlich wehmütig klingen. Es ist der eindrücklichste unter zehn guten Songs auf dem neuen Album «No­thin But Love». Ein Album, das den zahllosen Retorten-Musikern des Genres vor Augen führen mag, dass Soul mehr ist als Pose. Es braucht dazu tatsächlich etwas so Altmodisches wie Seele. Das wirkt sich gerade dann erfrischend aus, wenn das Erkalten der Liebe beklagt wird, wie es hier häufig der Fall ist. Cray und seinem Trio gelingt es dann, das Eis zum Schmelzen zu bringen. Und Robert Cray kann das mit seiner Stimme ebenso gut ausdrücken wie auf seiner Gitarre. (dwo)

(((((( Auch Neue Musik wird alt. Weil sie im Konzertbetrieb weniger zum Zug kommt als die Werke der klassischen und romantischen Periode, ist die «Halbwertszeit» bei Werken des 20. Jahrhunderts zuweilen besonders kurz. Das Collegium Novum Zürich hat sich deshalb nicht nur der Förderung neuster Musik verschrieben, sondern auch der Pflege des musikalischen Erbes. Einen Einblick in das Schaffen des 1993 gegründeten, aktuell 24 Mitglieder umfassenden En­sem­bles bietet eine beim Label «Musiques Suisses/Grammont Portrait» in Zusammenarbeit mit Radio DRS 2 erschienene CD. Sie enthält neben neueren Werken von Rudolf Kelterborn und Andrea Lorenzo Scartazzini die «Sechs kleinen Klavierstücke» von Arnold Schönberg; Heinz Holliger hat die ausdrucksstarken Miniaturen aus dem Jahr 1911 für Kammerensem­ble bearbeitet. Vom Schönberg-Schüler Erich Schmid (1907–2000) folgt sodann ein fünfsätziges Notturno. Und mit Mischa Käsers «City 1» wendet sich der Blick schliesslich auf die zufällig wirkenden Rhythmen und Klänge, wie man sie in Städten entdecken mag; «Musica impura», unreine Musik, wird solche von alltäglichen Höreindrücken abgeleitete Musik genannt. (dwo)

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