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Chancenlos

Paris. Roger Federer hat am French Open in Paris den Einzug in die Halbfinals klar verpasst. Gegen den Franzosen Jo-Wilfried Tsonga (ATP 8) blieb der Baselbieter im Viertelfinal ohne Chance und verlor in 111 Minuten 5:7, 3:6, 3:6.

In seinem 36. Grand-Slam-Viertelfinal in Folge erwischte Federer einen schlechten Tag und zeigte eine seiner schwächsten Leistungen in der zweiten Woche eines Grand-Slam-Turniers der letzten Jahre. Auf dem ausverkauften Centre-Court in Roland Garros hatte Federer gegen Tsonga von Beginn an Mühe mit dem Timing, der Aufschlag funktionierte nicht, zudem unterliefen dem Schweizer viele einfache Fehler. Federer fand während der ganzen Partie nie seinen Rhythmus, auch weil er bei Sonnenschein, aber kühlen Temperaturen mit den Windverhältnissen nicht zurechtkam. «Ich bekundete in allen Bereichen Mühe», sagte der Baselbieter, der deutlich mehr unerzwungene Fehler als Gewinnschläge produzierte (34:25).

Dem French-Open-Sieger von 2009 war die Kontrolle über die Partie Mitte des ersten Satzes entglitten, nachdem er trotz eines mässigen Starts bei eigenem Service 4:3 und 40:15 geführt hatte, dennoch aber das Rebreak kassierte. «Dieses Game hätte ich heimschaukeln müssen, weil ich wusste, dass es sehr wichtig ist.» Für Federer stand der erste Serviceverlust am Beginn seiner schwächste Phase der Partie, in der er nur zwei von elf Games zu seinen Gunsten entscheiden konnte. Beim Stand von 5:6 vermochte er bei eigenem Aufschlag zwar vorerst drei Satzbälle in Serie abzuwehren, ehe er Tsonga mit einem Vorhandfehler doch noch das Break und damit den Satz «schenkte».

Tsongas Selbstvertrauen

Im Gegensatz zu Federer vermochte sich Tsonga nach einem wackligen Start zu steigern. Mit der Führung im Rücken stieg das Selbstvertrauen des Franzosen von Schlag zu Schlag. Der 28-Jährige riskierte viel, spielte aggressiv und setzte damit den Schweizer phasenweise enorm unter Druck. «Ich war beeindruckt, wie er gespielt hat. Er war in allen Belangen besser», erkannte Federer die Überlegenheit seines Gegners neidlos an. 75 Prozent von Tsongas ersten Aufschlägen fanden den Weg ins Feld, zudem bewegte er sich trotz seiner Grösse und Masse gut und retournierte stark. Federer gelang in den knapp zwei Stunden kein einziges Ass.

Federer scheiterte damit in Roland Garros erst zum zweiten Mal seit 2004 bereits in der Runde der letzten acht, nachdem er 2010 Robin Söderling unterlegen war. Ein Sieg (2009), vier Final- und zwei Halbfinalteilnahmen sind die restliche Ausbeute Federers an der Porte d’Auteuil in den letzten neun Jahren. «Natürlich bin ich enttäuscht, dass ich nicht besser gespielt habe. Am Ende spielt dies aber ebenso wenig eine Rolle wie die Höhe der Niederlage», sagte der 17-fache Major-Sieger, der sein nächstes Turnier in der kommenden Woche in Halle auf Rasen bestreiten wird. Gegen Tsonga kassierte Federer im 13. Duell die vierte Niederlage, blieb dabei aber erstmals ohne Satzgewinn.

Tsonga qualifizierte sich in Paris als erster Franzose seit Gaël Monfils 2008 für die Runde der letzten vier. In seinem fünften Major-Halbfinal trifft er am Freitag auf David Ferrer, der wie Tsonga noch keinen Satz abgegeben hat. Ferrer machte im spanischen Duell mit Tommy Robredo kurzen Prozess und siegte in 1:25 Stunden 6:2, 6:1, 6:1. Dem 31-jährigen Robredo fehlte gegen seinen gleichaltrigen Landsmann die Kraft, nachdem er in den drei Partien zuvor jeweils einen 0:2-Satzrückstand gekehrt hatte. Für Ferrer ist es der insgesamt sechste Grand-Slam-Halbfinal, der zweite in Folge in Paris. In einem Major-Final stand die Nummer 5 der Welt aber noch nie. (si)

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