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Chilbi könnte erneut an Boden verlieren

Am Wochenende findet die 48. Illauer Chilbi statt, bald steht das Jubiläum an. Obwohl der Festplatz durch ein Bauprojekt schrumpfen könnte, bleibt OK-Chef Ueli Fürst gelassen: «Wir sind uns gewohnt auszuweichen.»

Beim Kreisel auf der Kempttal­strasse in Illnau geht gestern um 10 Uhr nichts mehr: Die Autos reihen sich langsam hintereinander auf. Ein grosser Lastwagen steht quer in der Hauptstrasse. Er hat eine der total acht Bahnen für die Illauer Chilbi geladen. Eine Frau gibt dem Chauffeur Zeichen. Langsam setzt sich der Brummi in Bewegung. Der Lenker versucht, den langen Anhänger rückwärts auf den Parkplatz gegenüber dem Restaurant Rössli zu zirkeln. Keine einfache Angelegenheit. Die Verkehrsschilder bei der Abzweigung Richtung Agasul und Weisslingen kommen dem Lastwagen in die Quere. Der Chauffeur muss mehrmals ansetzen, bis er den Dreh raushat. Inzwischen verlieren erste Verkehrsteilnehmer die Geduld. Sie drücken genervt auf die Hupe. Schliesslich schiebt sich der Lastwagen nach einigen Minuten knapp an den Schildern vorbei auf den Parkplatz. Der Stau löst sich auf. Ein Stück Massarbeit ist erledigt. Nun ist das Aufstellerteam dran. Gratisfahrt auf allen Bahnen Bis am Freitag muss der gesamte Lunapark auf dem Gelände an der Kempt stehen. Dann wird die 48. Illauer Dorfchilbi, die sich über das gesamte Wochenende zieht, ab 17 Uhr mit einer 30-minütigen Gratisfahrt auf allen Bahnen eröffnet. Im Hintergrund laufen derweil schon die Vorbereitungen für das grosse Jubiläum in zwei Jahren. «Das braucht viel Vorlaufzeit», sagt Ueli Fürst, Präsident des Chilbikomitees. Das Fest soll zwar nicht grösser werden, aber man will mit speziellen Attraktionen aufwarten. Allerdings droht den Organisatoren Ungemach. Nachdem bereits der frühere Chilbiplatz unterhalb des Bahnhofs Illnau überbaut wurde, könnte nun auch das neue Festgelände im Dorfkern durch ein Bauprojekt schrumpfen. Denn im Spickel zwischen Usterstrasse, Talgartenstrasse und Kempt sollen drei Mehrfamilienhäuser entstehen. Die Pläne für die nötigen Um­zonungen liegen noch bis zum 18. September im Stadthaus auf. Fürst bleibt trotzdem gelassen: «Wir sind uns gewohnt auszuweichen.» Der Lunapark sei mittlerweile gar grösser als früher. «Immer wenn eine Tür zuging, ging eine andere wieder auf.» Was aus dem Dorfplatz Illnau werde, sei zudem auch noch völlig offen. «Eine feste Institution» Das Echo ist derweil ungebrochen: «Die Illauer Chilbi ist eine feste Institution», sagt Fürst. Sie zieht jeweils 20 000 bis 30 000 Besucher an. Heimweh-Illnauer reisen dafür fast aus der ganzen Schweiz an, Klassenzusammenkünfte werden extra auf das Datum angesetzt. Zwar sind nicht alle Vereine jedes Jahr dabei, trotzdem hält sich laut Fürst die Teilnehmerzahl immer etwa in einem ähnlichen Rahmen. Auch dieses Jahr sind es wieder 24 Festwirtschaften mit unterschiedlichen Angeboten. Den Erfolg erklärt sich Fürst auch mit dem speziellen Abrechnungsschlüssel. So wird den Vereinen die gesamte Infrastruktur zur Verfügung gestellt, dafür müssen sie 40 Prozent ihres Gewinns abliefern. «So haben die Vereine null Risiko.» Und auch für die Organisatoren bleibt am Schluss oft ein kleines Polster übrig, das ins Jubiläumsfest fliessen soll. Auch in Sachen Sicherheit fahren die Organisatoren gut: Die Stadtpolizei stellt ihre Dienste zur Verfügung und zieht jeweils Leute aus anderen Korps bei. Zum Festprogramm gehört am Samstag auch ein Feuerwerk und am Sonntagmorgen ein Festgottesdienst. Daneben hält OK-Mitglied Ursi Sträuli eine Neuerung bereit: Ungeduldige können den Aufbau auf Instagram mitverfolgen: «Damit die Jungen bereits wissen, welche Bahnen sie er­warten.»

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