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Cologna für einmal nicht im Mittelpunkt

Gällivare. Beim Weltcup- auftakt der Langläufer in Schweden war es nicht Dario Cologna, der für die Schweizer Glanzlichter sorgte. Das Staffel-Quartett belegte den sehr guten vierten Rang.

Curdin Perl und Roman Furger zeigten in Gällivare aus Schweizer Sicht die her­ausragenden Leistungen. Der Engadiner Perl lieferte als Elfter über 15 km Skating des beste Schweizer Einzelresultat ab, und der Urner Furger führte die Staffel als Schlussläufer auf Rang 4.

Für einmal stand also Dario Cologna nicht im Mittelpunkt, obwohl seine Leistungen nicht zur Sorge Anlass geben. Am Samstag wurde der dreifache Sieger der Tour de Ski über 15 km in freier Technik – in dieser Disziplin lief er in Vancouver 2010 zum Olympiasieg – durch einsetzenden Schneefall gebremst und kam nicht über den 19. Platz hinaus. Und auch sein Auftritt als Klassisch-Läufer in der Staffel war mit der viertbesten Abschnittszeit in Ordnung.

Cologna, dessen Augenmerk diesen Winter den Weltmeisterschaften Ende Februar im Val di Fiemme gilt, wird sich auch nicht daran stören, dass in Gällivare zwei seiner Teamkollegen im Mittelpunkt standen. Allen voran der erst 22-jährige Roman Furger. Der Nachwuchsmann hatte im März mit dem Sieg am Engadiner erstmals auf sich aufmerksam gemacht. Nun knöpfte er zum Saisonauftakt nahtlos an diese Leistung an. Mit der zweitbesten Zeit der Staffel-Schlussläufer führte er die Schweiz auf Rang 4, am Samstag hatte er sich als 17. wie Curdin Perl (11.) vor Cologna klassiert.

Neues Staffelformat

Das neue Staffelformat der FIS zeigte die erhoffte, telegene Wirkung. Weil nun viermal 7,5 statt vier Runden zu 10 km zurückgelegt werden, gehen die Läufer engagierter ans Werk. Das Taktieren fiel bei der Premiere weg, gleich zu Beginn drückten alle aufs Tempo. Norwegens Schlussläufer Petter Northug übernahm mit 17 Sekunden Vorsprung und brachte den Sieg ungefährdet nach Hause.

Wie hoch das Tempo war, liess sich am Umstand ablesen, dass Dario Cologna als zweiter Läufer im Klassisch-Abschnitt die 17 Sekunden Rückstand von Startläufer Curdin Perl nicht zu reduzieren vermochte. Immerhin hielt der Olympiasieger den Rückstand konstant und stiess vom 13. auf den 5. Zwischenrang vor. In den Skating-Ablösungen schlug sich die Schweiz wider Erwarten hervorragend. Remo Fischer biss sich in der Verfolgergruppe der Ränge 4 bis 9 fest. Zum Coup setzte dann Furger an. Er hielt mit Marcus Hellner und Co. mit und sicherte der Schweiz im Endspurt den starken 4. Platz, hinter Schweden und Russland. Für eine Podestplatzierung fehlte bloss eine Sekunde. «In der letzten Abfahrt zum Stadion erwischte ich die Zielkurve nicht perfekt. Danach blieb der Rückstand zu Hellner und Tschernussow konstant», schilderte Furger die entscheidende Phase.

Perl meldet sich zurück

Das Klassement der Männer über 15 km fiel auch aus Schweizer Sicht überraschend aus. Cologna büsste als 19. über eine Minute auf den Norweger Martin Johnsrud Sundby ein, der unerwartet zu seinem zweiten Weltcupsieg als Einzelläufer kam. «Meine Nummer war bestimmt kein Vorteil», drückte sich Cologna diplomatisch aus.

Perl und Furger, die über 40 Minuten vor Cologna gestartet waren, münzten die gute Ausgangslage auch in ein starkes Resultat um. Perls bestes Ergebnis seit seinem 4. Platz an der Tour de Ski 2011 allein den Verhältnissen zuzuschreiben, entspräche indessen nicht den Tatsachen. Der Engadiner hatte bereits in den Testwettkämpfen starke Leistungen erbracht. Nach Motivationsproblemen schlug er im Sommer einen neuen Weg ein und absolvierte in der Nähe von Malaga seine bislang umfangreichsten Einheiten auf Rollski. «Ich bin wirklich zufrieden mit meinem Resultat», sagte Perl.

Der Weltcupauftakt in Schweden offenbarte ein norwegisches Team, das sämtliche vier Rennen zu seinen Gunsten entschied. Marit Björgen, die Schlussläuferin der Staffel, hatte am Samstag bereits über 10 km gewonnen. Auch Martin Johnsrud Sundby feierte einen Doppelsieg. (si)

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