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Colognas Lauf für die Geschichte

krasnaja poljana. In der Königsdisziplin der Langläufer nimmt Dario Cologna morgen Sonntag Anlauf auf seine vierte Olympia-Goldmedaille.

Drei Goldene hat Dario Cologna bereits in seinem Besitz – eine weniger als Simon Ammann, der seit vier Jahren erfolgreichste Schweizer Winter-Olympionike. Während der Toggenburger Skispringer das olympische Parkett in Russland niedergeschlagen bereits verlassen hat, will der Bündner Langläufer am Sonntag das vorerst letzte Kapitel seines Olympiamärchens schreiben. «Es fehlt nur noch eine Goldmedaille, um Simon Ammann einzuholen», betont Cologna vor dem 50-km-Lauf, seinem fünften und letzten Olympiarennen im Kaukasus. Der bald 28-Jährige gibt unumwunden zu, dass Rekorde für ihn durchaus von Bedeutung sind. Unter Druck fühlt er sich nach seinem grandiosen Comeback und dem Olympiatriumph zum Auftakt im Skiathlon längst nicht mehr. «Ein bisschen Geschichte habe ich schon geschrieben. Dass ich jetzt noch einen draufsetzen kann, ist mir aber schon bewusst.» Mit drei Olympiasiegen, einem Weltmeistertitel sowie je drei Gesamtsiegen im Weltcup und in der Tour de Ski ist Colognas eindrückliches Palmarès eigentlich komplett. Was ihm noch fehlt, ist ein Sieg in einem internationalen Rennen über 50 km. Letztes Jahr an der WM gewann der Münstertaler in der Königsdisziplin Silber. Die Chancen stehen gut, dass der beste Langläufer der Gegenwart dieses Ergebnis am Sonntag im Massenstartrennen in der Skating-Technik übertreffen kann. Gelingt ihm dies tatsächlich, dann würde er bezüglich Goldmedaillen mit Ammann gleichziehen und er wäre zudem der erste Schweizer, der an denselben Spielen drei Olympiasiege in Einzel-Wettkämpfen errungen hat. Selbstvertrauen und Ruhe Er sei nicht der einzige Favorit, sagt Cologna und will damit die Erwartungshaltung vor dem «Fünfziger» nicht zu gross werden lassen. Der Bündner gab jedoch unmissverständlich zu verstehen, dass er für die letzte olympische Herausforderung am Schwarzen Meer bereit ist: «Ich fühle mich gut, es ist einiges möglich.» Während einige seiner grössten Konkurrenten in den vergangenen Tagen teils mehrere Rückschläge verkraften mussten, strotzt er nach seinen Siegen im Skiathlon und über 15 km vor Selbstvertrauen. Die Tatsache, dass das Schweizer Serviceteam mit den Schneeverhältnissen im Langlaufareal Laura bislang bestens zurechtgekommen ist, sorgt überdies für die nötige Ruhe. Zum engsten Kreis der Medaillenanwärter zählen auch die Schweden Marcus Hellner und Johan Olsson sowie der Lokalmatador Alexander Legkow. Insbesondere Hellner und Legkow haben zuletzt im Staffelrennen ein Signal der Stärke ausgesendet. Doch gerade der 30-jährige Russe war an Grossanlässen oft vom (Material-)Pech verfolgt, weshalb er noch immer auf den ersten Olympia- oder WM-Podestplatz in einem Einzelrennen wartet. Sofern die Norweger ihre Wachsprobleme überwunden haben, gilt es auch Weltcupleader Martin Johnsrud Sundby und Chris Jespersen zu beachten. Petter Northug läuft derweil Gefahr, die Heimreise nach einem internationalen Grossanlass erstmals ohne Medaille antreten zu müssen. (si)

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