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CVP greift SVP-Gemeinderäte an

Es kommt zur Kampfwahl in Embrach: Die bisher nicht im Gemeinderat vertretene CVP nominiert gleich zwei Kandidaten für die Exekutive und fordert damit die SVP heraus. Diese bleibt bei ihrem Anspruch: Drei von sieben Sitzen seien gerechtfertigt.

Nachdem in der ersten Frist keine neuen Wahlvorschläge für den Embracher Gemeinderat eingingen, meldet sich die CVP nun mit gleich zwei Kandidaturen. Neu stellen sich der Parteipräsident Hans Dietrich und die bisherige Primarschulpflegerin Rebekka Bernhardsgrütter zur Wahl für die Exekutive, wie mehrere Quellen zum Jahreswechsel verlauten liessen.Damit steht fest, dass die Embracher Stimmberechtigten für die Erneuerungswahlen vom 30. März einen leeren und keinen vorgedruckten Wahlzettel erhalten – denn für die sechs Gemeinderatssitze stehen sieben Kandidaten bereit. Zur Wahl stellen sich nämlich auch die vier bisherigen Gemeinderäte, die dieses Jahr ihre erste Legislatur beenden (darunter Gemeindepräsident Erhard Büchi), ebenso wie die FDP-Sozialvorsteherin Regula Bächi-Seiler (seit 2002). Nicht mehr antreten wird einzig der parteilose Gesundheitsvorsteher Daniel Marty.Rebekka Bernhardsgrütter bestätigt die Nominationen der CVP. Das Zweierticket begründet sie damit, dass Dietrich und sie sich unabhängig voneinander den Einsitz im Gemeinderat vorstellen konnten, als nach der ersten Ausschreibung eine Vakanz bestand. «Und da die CVP länger nicht mehr im Gemeinderat vertreten war, sind zwei Sitze durchaus denkbar», sagt sie. Der erste und bislang letzte CVP-Gemeinderat war von 2002 bis 2010 der Staatsanwalt Rolf Jäger.

«Barbarix» hinterlässt Spuren

Würden alle Bisherigen wiedergewählt, hätte die SVP – einschliesslich des Primarschulpräsidenten Peter Tschudi, der von Amtes wegen im Gemeinderat sitzt – drei Sitze inne. Zwei Mitglieder gehörten der FDP an, eines der SP. Für Bernhardsgrütter ist darum klar: «Ich strebe einen Sitz der SVP an.» Auch, weil wegen dem gescheiterten Schulhaussanierungsprojekt «Barbarix» auch die Ressortvorsteher von Bau und Schule in der Kritik standen. Traugott Pfister und Tschudi gehören beide der SVP an.Damit konfrontiert, sagt der Ortsparteipräsident der SVP, Daniel Spiess: «Aufgrund der Wähleranteile ist diese Forderung überhaupt nicht gerechtfertigt.» Die Ergebnisse der vergangenen Nationalratswahlen sprächen eine klare Sprache: Die SVP errang in Embrach einen Wähleranteil von 39,5 Prozent, die CVP 5,5 Prozent. «Natürlich kann sich die Bevölkerung in einer Majorzwahl anders verhalten», sagt Spiess. «Aber sie weiss, dass unsere Gemeinderäte ‹chrampfen› können.» Bauvorstand Traugott Pfister habe sich mit «Barbarix» zwar exponieren müssen, «das betrifft aber eigentlich den Gesamtgemeinderat.»

Unerwartete Rückendeckung

Der Abstimmungskampf ist schon jetzt gezeichnet von der Schulhausvorlage, mit welcher der Gemeinderat im November Schiffbruch erlitt: Die CVP-Politiker erhalten unerwartete Rückendeckung vom Komitee «Besorgte Bürger Embrach». Dieses bildete sich im Kampf gegen «Barbarix» und trug zu dessen Ablehnung bei. In einem bissig verfassten Flugblatt empfiehlt das Komitee nun, die Bisherigen nicht wiederzuwählen, und wirbt für die CVP-Kandidaten. Sie brächten einen Leistungsausweis mit; zudem sei eine zweite Frau im Gemeinderat längst fällig.Die Historikerin und Familienfrau Bernhardsgrütter sagt, ihr gehe es «nicht darum, andere anzuschwärzen». In der Schulhausfrage sei sie sogar mit der Meinung des Gemeinderats einher gegangen. «Mir liegt viel daran, dass die Schule zu einer Sanierung und zum benötigten Schulraum kommt.» Sie hatte ursprünglich von der Primar- in die Sekundarschulpflege wechseln wollen. Dort sind acht Vorschläge für sechs Sitze eingegangen.Weitere Kandidaturen für den Gemeinderat haben sich bisher nicht abgezeichnet. Die Publikation der definitiven Wahlvorschläge steht noch bevor.

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