Winterthur

CVP und GLP rupfen das Schulbudget

Die Mitteparteien winkten mit SVP und FDP alle Sparanträge an die Adresse von Schulvorsteher Jürg Altwegg (Grüne) durch.

Beim Schuldepartement häuften sich die Sparanträge der Bürgerlich-grünliberalen Allianz.

Beim Schuldepartement häuften sich die Sparanträge der Bürgerlich-grünliberalen Allianz. Bild: keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Ein Stimmenverhältnis hörte man am Montagabend im Grossen Gemeinderat besonders oft: 29:28. Die hauchdünne Mehrheit bedeutet, dass die GLP bei der zweiten Budget-Sitzung mit dem Bürgerblock aus CVP, FDP und SVP stimmte. Das war bei sämtlichen Sparanträgen gegen das Schuldepartement von Jürg Altwegg (Grüne) der Fall.

Gegen die «eigenen» Schulpräsidentinnen

Besonders überraschen mag das im Falle der Sonderschulkosten. Dort beschloss die bürgerliche Mehrheit, 2,1 Millionen Franken zu streichen, die für die Umsetzung des Projekts Wega vorgesehen sind, mit dem die Zentralschulpflege versucht, die seit Jahren stark steigenden Sonderschulkosten in den Griff zu bekommen. Es war ein Misstrauensvotum an die eigenen Leute: Von den vier Kreisschulpräsidien, die letztlich über Sonderschulungsmassnahmen befinden, sind zwei in der Hand der GLP und eins bei der CVP. Schulvorsteher Jürg Altweg (Grüne) betonte, dass die Schule einen gesetzlichen Auftrag erfüllen müsse. «Sonderschule findet statt», sagte er.

Altwegg wehrte sich wort- und faktenreich gegen die zahlreichen Sparanträge. Etwa dagegen, dass 2,5 der 5 beantragten Stellen im Departementssekretariat gestrichen werden (minus 300000 Franken). Die anhaltende Überlastung führe beim Personal zu körperlichen und psychischen Beschwerden, sagte er. In den letzten Jahren sei darum fast der gesamte Personaldienst ausgetauscht worden, die Mitarbeiterzufriedenheit sei desolat. Und auch eine externe Studie bestätige: Der Personalbedarf von 5 Stellen sei absolut plausibel.

Neue Tablets, aber keine IT-Stellen

Die GLP hatte dafür kein Gehör, sondern fand in Altweggs Ausführungen einen Beleg dafür, dass im Schuldepartement zu viele Beraterhonorare verbraucht würden - und strich 20 Prozent des dafür vorgesehenen Budgets (minus 50000 Franken). Ausserdem lehnte sie den via SP eingebrachten Antrag der Zentralschulpflege ab, 0,4 Stellen für die Durchführung des Projekts Tagesschule zu schaffen (minus 60000 Franken), kürzte eine von 3 beantragten Stellen bei der Schulzahnklinik (minus 160000 Franken) und folgte dem SVP-Antrag, 1,9 Stellen bei der Schulinformatik zu streichen, die für die Einführung der neuen Tablets geplant waren (minus 300000 Franken). Im November hatte der Gemeinderat einen Kredit über 2,7 Millionen Franken für neue Tablet-Computer für alle Sek-Schüler bewilligt. Altweggs Mahnung, dass diese dann ungenutzt herumstünden, wenn die Lehrkräfte nicht geschult und betreut werden könnten, verhallte wirkungslos.

Erstellt: 09.12.2019, 23:32 Uhr

Kommentare

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Landboten digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!