Zum Hauptinhalt springen

Damit das Elektroauto für die Heimfahrt bereit ist

Die Genosol Martella, die im nördlichen Weinland Naturstrom produziert und verkauft, wird beim neuen Bahnhof Mar­tha­len vier Zapfstellen für Elektroautos bauen.

Die Genossenschaft Genosol Martella setzt sich seit mittlerweile 21 Jahren für die Förderung umweltfreundlicher Ener­gie­­­systeme ein. Sie hat bisher drei Fotovoltaik-, eine Windkraft- und eine Biogasanlage initiiert. Mit diesen Anlagen konnten letztes Jahr 330 000 kWh Naturstrom produziert werden (was ge­gen­über dem Vorjahr einer Steigerung von 16 Prozent entspricht). Für diesen Strom bezahlen die Bezüger einen Aufpreis von 19 Rappen.

Jetzt erschliesst sich die Genossenschaft, wie an ihrer Generalversammlung vom Freitagabend von Präsident Hanspeter Maag zu erfahren war, ein neues Betätigungsfeld: Wenn im Dezember 2014 die neue Bahnhaltestelle in Mar­tha­len in Betrieb geht, stehen für Elektroautos vier Parkplätze zur Verfügung, an denen sich – in Abwesenheit des Fahrers – die Batterien wieder aufladen lassen. Die Infrastruktur wird durch die Genosol Martella finanziert, was sie auf rund 5000 Franken zu stehen kommen dürfte. Die Abrechnung erfolgt über den Gemeindezähler (analog der Strassenbeleuchtung).

Ebenfalls ein neues Betätigungsfeld sieht die Genosol Martella in der Nutzung der in der Biogasanlage auf dem Mar­tha­ler «Sunnehof» reichlich anfallenden Abwärme: Mit einer Studie soll geklärt werden, ob eine Fernwärmeleitung ins Dorf in Frage kommen könnte.

Teure Stromproduktion

Maag gab seinem Bedauern Ausdruck, dass die sehr lange Warteliste für die kostendeckende Einspeisevergütung auf Leute, die grundsätzlich bereit wären, in umweltfreundliche Ener­gie­­­systeme zu investieren, entmutigend wirke. Die Genosol bekommt den Stau selber zu spüren: Die Stromproduktion mit der neuen Fotovoltaikanlage auf dem Dach des Trülliker Dorfladens kommt sie auf 30 Rappen pro kWh zu stehen – der Erlös beträgt aber, wie erwähnt, nur 19 Rappen.

Im zweiten Teil des Abends orientierte Louis Lutz, Leiter der Abteilung Ener­gie­­produktion bei den Aargauischen Elektrizitätswerken, über ein Forschungsprojekt, das seit einigen Jahren in Rheinfelden läuft: Untersucht werden die Auswirkungen auf das Niederspannungsnetz, wenn mehrere dezentrale Ener­gie­produk­tions­an­lagen den Strom, den sie erzeugen, einspeisen. Die Netzstabilität kann gefährdet sein, weil die einzelnen Anlagen (Windturbinen, Kleinwasserkraftwerke, Solarstromanlagen) naturgemäss nur unregelmässig liefern können. (lü)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch