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Dampffans wieder auf Geldsuche

Der Aufbau der historischen Bahnhofhalle in Bauma droht in Verzug zu geraten. Der Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland muss noch eine weitere Million Franken auftreiben, weil die Statik stärker verbessert werden muss als ursprünglich angenommen.

Der Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland (DVZO) startet am 5. Mai in eine schwierige Saison. Der Grund: Der Heimatbahnhof Bauma ist eine Baustelle. Im Rahmen der Modernisierung der Tösstallinie krempeln ihn die SBB um. Das neue Technikgebäude, das es künftig möglich macht, Weichen und Signale von der Betriebszentrale Ost am Flughafen fernzusteuern, steht bereits. Der neue, 170 Meter lange Perron muss dagegen noch erstellt werden. «Die Bauarbeiten werden einige betriebliche Probleme mit sich bringen», sagt DVZO-Präsident Hugo Wenger. Die Fahrten mit den historischen Dampfzügen sind aber trotzdem möglich. Die Abfahrtszeiten mussten aber teilweise leicht angepasst werden. Dank der Zusammenarbeit mit dem Dampfloki-Club Herisau wartet die ehemalige Dampflok der Bodensee-Toggenburg-Bahn als neue Attraktion auf die Fahrgäste. Ein grosses Fahrzeugtreffen, wie in den vergangenen Jahren, wird es allerdings kaum mehr geben. Der Bahnhofumbau führt dazu, dass es weniger Platz für historische Extrazüge gibt. Unsichtbare Risse entdeckt Neben den SBB tritt am Bahnhof Bauma auch der DVZO selber als Bauherr auf. So werden gleichzeitig mit dem neuen Perron auch die Fundamente für den späteren Aufbau der historischen Bahnhofhalle aus dem Jahr 1860 errichtet, die künftig als Unterstand für den wertvollen Wagenpark der Museumsbahn dienen soll. Zusätzlich werden auch Entwässerungsleitungen verlegt. «Die Koordination der Bauarbeiten bringt Einsparungen», sagt Wenger. Ob der Aufbau der Halle allerdings plangemäss nach Saisonschluss im Oktober starten kann, ist noch ungewiss. Denn es sind Probleme bei der Statik aufgetaucht. Der Zustand der alten Tragelemente aus Gusseisen ist schlechter als ursprünglich angenommen. Abklärungen der Firma Sulzer haben unsichtbare Risse zutage gefördert, wie die «NZZ» berichtete. «Das konnte man mit blossem Auge nicht erkennen», sagt Wenger. Daher muss das Gebäude nun mit zusätzlichen Verstrebungen stabilisiert werden. Bereits früher war klar, dass die historische Halle in Bauma viel höhere Schneelasten tragen muss als an ihrem früheren Standort in Olten. Die Nachbesserungen sind mit der Denkmalpflege abgesprochen, die das ganze Projekt eng begleitet. Ein Problem sind allerdings die Folgekosten: Der DVZO muss nun noch eine Million Franken zusätzlich auftreiben. Gesamthaft wird der Aufwand mittlerweile auf gegen fünf Millionen Franken geschätzt. Den Kanton kann der DVZO nicht mehr anzapfen: Dieser hat bereits maximal 2,6 Millionen Franken aus dem Lotteriefonds zugesichert. Daher werden nun weitere Geldquellen gesucht. «Ich bin immer noch zuversichtlich, dass es klappt», sagt Wenger. Die Einweihung wäre am 4. Mai 2014 geplant. Die nächsten Monate werden nun entscheidend sein. Denn eines ist klar: «Wir fangen mit dem Aufbau nicht an, wenn wir das Geld nicht zusammenhaben.» Eher werde dieser um ein Jahr verschoben. Knapp den Flammen entgangen Die historische Bahnhofhalle ist für den DVZO ein Glücksfall: In Olten fristete sie als Schreinerei und Holzlager jahrzehntelang ein Schattendasein. Erst durch ein Gutachten wurde sie in den letzten Jahren eindeutig als eine der beiden ersten Basler Bahnhofhallen aus dem Jahr 1860 identifiziert. Das Gebäude des damaligen Centralbahn-Chefarchitekten Ludwig Maring wurde 1905 nach Olten versetzt, weil es einem leistungsfähigeren Durchgangsbahnhof weichen musste. Die Halle ist 10 Meter hoch und misst 100 auf 17 Meter. Sie hat damit die idealen Masse, um die DVZO-Kopfgeleise zu überspannen. Im März 2011 wäre die Halle beinahe in Flammen aufgegangen, weil auf dem Areal in Olten ein Feuer ausbrach. Wie durch ein Wunder blieb sie aber fast unversehrt, weil der Wind im entscheidenden Moment um 180 Grad drehte. Im letzten August begann die Demontage. Bis Ende Jahr wurde die Halle in ihre Einzelteile zerlegt und ins Zürcher Oberland transportiert. Seither sind die Holz- und Gusseisenelemente in einem Industrieareal in Hinwil eingelagert.

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