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Dank ihrer Batterie läuft der E-Lastwagen

Eine Firma aus Illnau-Effretikon hat neuartige Batterien für einen Elektrolastwagen entwickelt. Jedes Stück wiegt mehr als 1000 Kilogramm.

Ingenieure der Firmen E-Force One und Designwerk in Fehraltorf haben den ersten Lastwagen entwickelt, der einzig von Batteriestrom angetrieben wird. Mit einem Verbrauch von weniger als 100 Kilowattstunden auf 100 Kilometer auf der Autobahn erreicht er eine Reichweite von bis zu 350 Kilometern pro Ladung. Weitere Vorteile seien neben dem geringen Ener­gie­­verbrauch die niedrigen Wartungs- und Reparaturkosten, heisst es bei den Herstellern. Damit der Brummi überhaupt fährt, hat die Firma Schaltag AG aus Effretikon zwei Batterien mit einer Kapazität von 240 Kilowattstunden gebaut. Die Ladezeit beträgt sechs Stunden, und bei Bedarf kann ein 1,2 Tonnen schweres Modul mit einem Kran innerhalb von fünf Minuten ausgetauscht werden. Jedes Batteriemodul hat ungefähr die Dimension eines 1000-Liter-Dieseltanks und ist mit 120 Akkuzellen bestückt. Montiert werden die Module seitlich an das Chassis des Lastwagens. Nähe ist von Vorteil «Die zwei Batteriemodule liefern den Strom für die beiden wassergekühlten Synchron-Elektromotoren», sagt An- dreas Gubler, Leiter Mechatronik bei Schaltag. Den Auftrag für die Herstellung der Batteriemodule hat das Unternehmen von der Firma Lithium Storage aus Illnau erhalten. Mit Schaltag habe man einen erfahrenen Partner in den Bereichen Steuerungsbau, Kabelkonfektion und Mechatronik gefunden, sagt Firmenchef Roger Miauton, der auch CFO von E-Force One ist. Die geografische Nähe der drei Firmen sei ein Vorteil für die Zusammenarbeit. Der geringe Ener­gie­­verbrauch des E-Lasters ergibt sich aus dem hohen Wirkungsgrad der Elektromotoren mit bis zu 97 Prozent. Im innerstädtischen Verkehr, wo die Fahrer mit vielen Stopps und erneutem Anfahren rechnen müssen, zahlt sich der Effekt besonders aus. Die Verantwortlichen sind sich bewusst, dass neue Technologien auch Fragen aufwerfen. Wie verändern emissionsfreie Nutzfahrzeuge unseren Alltag, und ist die Elektromobilität die alleinige Antwort auf die steigenden Umweltanforderungen? Solche Aspekte müssten noch genauer evaluiert werden, sagt Stefan Hasenfratz, Geschäftsführer von Schaltag. Unbestritten sei indes, dass alle am Projekt Beteiligten einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung des Ökosystems leisten würden. Produktion hochfahren Als emissionsfreies Fahrzeug stösst der E-Laster keine Schadstoffe wie Russpartikel und CO2 aus. Diesen ökologischen Vorteil schöpft der Lastwagen voll aus, wenn der Strom aus erneuerbaren Ener­gie­­n stammt. Bereits seit mehreren Monaten sind die beiden ersten völlig elektrisch betriebenen 18-Tonnen-Laster erfolgreich für Warenlieferungen von Coop und Feldschlösschen unterwegs. Das Aggregat des Coop-Kühlwagens wird mit Solarmodulen auf dem Lastwagendach umweltfreundlich betrieben. Die Fahrzeuge eignen sich besonders für den Nahverkehr. Der E-Laster, der kaum Lärm verursache, sei ein Beispiel dafür, wie eine zukunftsträchtige Vision sinnvoll umgesetzt werden könne und zu einem alltagstauglichen Produkt führe, betont Hasenfratz. Für das Unternehmen E-Force One geht es in einem nächsten Schritt darum, die Lkw-Produktion auf angepeilte 100 Stück pro Jahr hochzufahren, um sich nachhaltig am Markt eta­blie­ren zu können.

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