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Dank Knieprothese wieder mobil

Ein abgenutztes Gelenk kann Menschen voller Tatendrang ganz schön ausbremsen. In den letzten Jahren wurden auch Kniegelenke viel öfter ersetzt – mit wachsendem Erfolg. Davon profitiert auch die 47-jährige Renate Dürr.

Sie fährt auf ihrem E-Bike vor, steigt ab und geht schwungvoll über den Platz. Das wäre noch Anfang Jahr nicht möglich gewesen. Damals war Renate Dürrs linkes Knie stark geschwollen und tat bei jedem Schritt weh. Auch nachts wachte sie häufig auf wegen der Schmerzen. Auf den Röntgenbildern war eine ausgeprägte Arthrose erkennbar: Die Knorpelschicht war stark abgenutzt, sodass die Gelenksflächen bei jeder Bewegung aneinander rieben. Im Februar erhielt die 47-Jährige ein künstliches Kniegelenk in der Winterthurer Privatklinik Lindberg. Das ist in ihrem Alter eigentlich kein übliches Vorgehen. Ärzte versuchen, die Operation herauszuzögern, damit es bei einem einmaligen Eingriff bleibt. Denn nach etwa 15 bis 20 Jahren lockert sich die Prothese meistens etwas. Bei jüngeren Menschen, die sich noch viel bewegen, geschieht dies tendenziell häufiger als bei älteren. Grosses Glück Doch die Winterthurerin hatte stark gelitten. Das kaputte Knie schränkte die quirlige und aktive Frau massiv ein. «Ich hatte nichts mehr zu verlieren», blickt Dürr zurück. Die Ärzte hätten ihr nie komplette Schmerzfreiheit versprochen. «Sie haben realistisch und fair informiert.» Doch sie hatte grosses Glück: Schon drei Tage nach dem Eingriff konnte sie das Gelenk wieder zu 90 Prozent biegen, was einem aussergewöhnlich positiven Verlauf entspricht. Nach acht Tagen konnte sie sogar wieder nach Hause. Dass ihr Knie bereits früh im Leben in einem so schlimmen Zustand war, hat verschiedene Ursachen. Vor 30 Jahren führte ein Sturz beim Squashen dazu, dass der Meniskus riss. Der halbmondförmige Knorpelring dient als Puffer und Stabilisator zwischen den Kniegelenksflächen. Bereits damals begann sich eine Arthrose zu entwickeln. Trotzdem trieb die Mutter eines Sohnes noch Sport. Im Alter von 40 Jahren führte ein harmloser Sturz beim Skifahren zu einer weiteren Verschlechterung. «Davon hat sich mein Knie nie mehr erholt», sagt Dürr. Im vergangenen Herbst wurde die kaufmännische Angestellte und Allrounderin immer immobiler und entschied sich schliesslich zur Operation. Muskulatur stärken Trotz bestem Heilungsverlauf: Die Hände in den Schoss legen – beziehungsweise das Bein auf das Sofa – kann Renate Dürr nicht. Mehrmals täglich macht sie ihre Übungen; sie bewegt das Bein gemäss Anleitung der Physiotherapie und stärkt die Muskulatur. Im Sommer, während der Ferien in Spanien, machte sie ihre ersten Schwimmversuche im Meer. Die kreisartigen Bewegungen seien noch schwierig gewesen, sagt Dürr. Doch leichtes Gehen sei ­bereits wieder während mehr als einer Stunde möglich. «Ich bin sehr froh, dass ich mich für das künstliche Gelenk entschieden habe», sagt Dürr. Steigt auf ihr ­Velo und nimmt den steilen Hang zu ihrem Zuhause in Winterthur-Iberg in Angriff.

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