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Danke, Zurich

Wir vermissen sie schon jetzt. Ein Nachtrag zum Zürcher Konzert der Rolling Stones.

Das Konzert der Rolling Stones in Zürich war eine Lektion, was Rockmusik heute immer noch sein kann: gradlinig, klar, intensiv. Noch jetzt, einen Tag nach dem Auftritt der Band im Stadion Letzigrund, hallt ihre Musik nach: vom Eröffnungsstück «Start Me Up» über «Honky Tonk Woman» (hier geriet das Publikum erstmals so richtig in Bewegung) bis zum grandiosen Finale mit «Midnight Rambler», «Miss You», «Gimme Shelter», «Sympathy for the Devil», «Brown Sugar» (da waren alle hin und weg). Es war ein Steigerungslauf: von Höhepunkt zu Höhepunkt.

Die ganze Setlist könnte man hier aufzählen. Aber auch die Musikjournalisten in der Reihe 25 unter dem Dach des Stadions klappten mit der Zeit ihre Laptops zu, liessen das Abhaken der Setlist sein und hörten einfach zu. Und sie klatschten auch, wenn ihnen etwas gar gut gefiel. Sie klatschten oft.

Man muss kein Rolling-Stones-T-Shirt tragen, um von diesem Abend begeistert zu sein: Sensationell war der Auftritt von Mick Jagger, Keith Richards, Charlie Watts, Ronnie Wood – die Mitmusiker Darryl Jones, Chuck Leavell, Bobby Keys, Lisa Fischer und Co. nicht zu vergessen. Sensation heisst hier: etwas mit allen Sinnen wahrnehmen – die Musik der Rolling Stones geht in den Körper, natürlich auch verstärkt durch die riesigen Lautsprechertürme.

Das Wunder Zeitmaschine

Rock ’n’ Roll ist nie etwas fürs feine Gemüt. Und vom Gangsterhaften der Band, das sie in den Sechziger-, Siebzigerjahren so zelebrierte, ist noch immer ein Gran Aufmüpfigkeit gegen alles und jeden geblieben – wenn auch die Zunge, die die Rolling Stones uns entgegenstrecken, schon längst vergoldet ist.

Es ist das Wunder Zeitmaschine, das in Zürich zu besichtigen war. Die Rolling Stones bringen ihre alten Geschichten ganz in die Gegenwart. Und manchmal, so schaut es aus, muss Keith Richards ein bisschen über sich selber lachen – auch über das Bild, das die anderen auf der Bühne abgeben.

Die Essenz des Konzerts waren die Encores, zuerst «You Can’t Always Get What You Want» (zusammen mit der Zürcher Sing-Akademie als lokale Zugabe), dann, wie immer auf der diesjährigen «14 on Fire»-Tour und auch sonst: (I Can’t Get No) Satisfac- tion – es ist ein elektrisierender Moment, voller Wucht, Pathos. Eben Leidenschaft. Für alles. Und jeden. Stefan Busz

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