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Das Derby der grossen Chance Buochs und Münsingen – die letzten «Kleinen»

Für den FCZ ist der Cup die Chance, auch in diesem Jahr einen Titel zu gewinnen. Für GC ist er die Gelegenheit, eine verpatzte Saison aufzuwerten. Heute treffen sich die Zürcher Klubs in den Viertelfinals.

Die aktuelle Hierarchie im Zürcher Fussball ist klar: Der FCZ hat in den ersten 22 Meisterschaftsrunden doppelt so viele Punkte gewonnen und auch die drei Derbys gegen die Grasshoppers. Diese Siege gegen den Stadtrivalen machten viel aus, wären es drei Niederlagen gewesen, läge der FCZ jetzt nur zwei und nicht 20 Punkte vor GC. Also ist die Ausgangslage vor dem vierten Derby der Saison insofern klar, als der FCZ als nominell zurzeit unbestritten bessere Mannschaft Favorit ist. Manche nennen es auch das wichtigste Derby der Saison, was man allerdings nicht so sehen muss. Vielleicht war – beispielsweise – das erste Derby gleich in der Startrunde wichtiger, als der FCZ dank eines nicht unhaltbaren Weitschusses einen völlig ausgeglichenen Match 1:0 gewann, was der Anfang der Misere der Grasshoppers war. Und für GC in seiner Lage des Abstiegsgefährdeten können drei Punkte im letzten Ligaderby, in der letzten Runde notabene, womöglich viel bedeutender sein als jedes Cupresultat. «Mit allen Mitteln …» Klar aber ist: Der FCZ sieht in der Wiederholung des Cupsiegs 2014 ein klares Saisonziel. Er hat das schon zu Saisonbeginn formuliert. Er liess und lässt damit auch erkennen, dass ihm ein Titelgewinn im Cup wesentlich realistischer erscheint als in der Meisterschaft. Den FCB, wie zuletzt im vergangenen April, in einem (Cup-)Spiel zu schlagen, ist in der Tat weit eher möglich, als ihn in 36 (Meisterschafts-)Runden hinter sich zu lassen. So wie es in der Liga zurzeit aussieht, wirkt ja auch als Vorteil selbst wochenlang mässig aufspielender Basler, dass ihre valabelsten Gegner, die Young Boys und eben der FCZ, gar nicht richtig an ihre Chance zu glauben scheinen. Im Cup ist das anders: «Wir wollen ihn mit allen Mitteln verteidigen», drückt sich FCZ-Trainer Urs Meier aus. Zur heutigen Favoritenrolle des FCZ ist allerdings auch anzumerken, dass er in den vergangenen Wochen nicht entsprechend auftrat. Er war nicht gut in den Heimspielen gegen Thun (0:1) und Aar- au (0:0). Er war auch überhaupt nicht überzeugend, als er vor zehn Tagen das Derby gegen früh dezimierte Grasshoppers 2:0 gewann. Manche wirkten nicht in Form oder gar zu wenig einsatzvoll und leidenschaftlich; beispielsweise Captain Yassine Chikhaoui. Auf der andern Seite mehrte das zuvor erheblich angeschlagene Selbstvertrauen der Grasshoppers, dass ihnen nach drei Niederlagen mit 2:10 Toren in den ersten Spielen unter Pierluigi Tami am Sonntag beim 1:1 in St. Gallen eine klare Leistungssteigerung glückte. Das galt zwar in erster Linie für den kämpferischen Auftritt. Aber die spielerischen Komponenten des Anlasses waren auf nahezu unbespielbarem Terrain auch kaum zu würdigen. Am Tag vor dem Cup-Derby haben beide Vereine eine Personalie kundgetan. Der FCZ verlängerte den Vertrag mit seinem Abwehrroutinier Alain Nef (33) um zwei Jahre bis 2017. Ob Nef heute spielen kann, ist allerdings noch nicht sicher; genauso wie der Einsatz Davide Chiumientos und Marco Schönbächlers. Die Grasshoppers wiederum haben ihr Kader nochmals erweitert, um den knapp 23-jährigen defensiven Mittelfeldspieler Matteo Fedele. Ihn liehen sie vom FC Sion aus, wo ihm in diesem Frühjahr neue Konkurrenz in Reto Ziegler und Vero Salatic erwachsen ist. Fedele brachte es in zweieinhalb Saisons im Kader Sions auf 26 Einsätze, in dieser Spielzeit war er in den ersten zehn Runden regelmässig dabei, allerdings nur zweimal über 90 Minuten. Die schöne GC-Statistik Was es zu diesem Derby mit Blick in die Vergangenheit auch noch zu sagen gibt: Es ist das Duell des Cupsiegers 2013, GC, gegen den Cupsieger 2014, FCZ. Beide waren Finalsieger gegen den FCB, GC im Elfmeterschiessen, der FCZ in der Verlängerung. Und die Geschichte der Direktbegegnungen ist diese: Der FCZ gewann 1969/70 auf dem Weg zu seinem Cupsieg den Achtelfinal gegen GC 5:1. Alle fünf Treffen in den viereinhalb Jahrzehnten seither endeten mit GC-Siegen: 5:1 der Achtelfinal 1982/83, 2:1 der Viertelfinal 1987/88, 2:1 der Halbfinal 1993/94, 6:5 nach Verlängerung der legendäre Halbfinal 2003/04 und zuletzt 2:1 nach Verlängerung der Halbfinal vor zwei Jahren. So wie der FCZ 1970 wurde GC 1983, 1988, 1994 und 2013 nach einem Derbyerfolg Cupsieger. Nur 2004 wurde diese Serie durchbrochen – durch den FC Wil, der GC völlig überraschend in Basel 3:2 schlug.

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