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Das emotionalste Langlauf-Podest der Geschichte

Alle sprechen von Dario Cologna. Seiner Bänderverletzung im November, die eine Operation notwendig machte. Der 27-Jährige hat mit seinen zwei Goldmedaillen gezeigt, was in ihm steckt, die Leistung löste bei ihm verständlicherweise grosse Emotionen aus. Aber über 15 km klassisch war nicht nur der Goldmedaillengewinner ein Sonderfall, sondern alle auf dem Podest weinten Tränen der Rührung. Weil auch die zwei Schweden Johan Olsson (Silber) und Daniel Richardsson (Bronze) in diesem Winter gar nicht geglaubt hatten, in Sotschi starten zu können.

Der tödliche Unfall

Es war am 14. Juli 2013, als ein Freund Daniel Richardsson am Telefon um Hilfe bat. Er habe auf der E4 eine Reifenpanne erlitten. Richardsson machte sich mit seinem Auto auf, die Kollegen stellten die Warndrei­ecke auf und machten sich an den Radwechsel auf der (gefährlichen) linken Seite des Autos. Da raste ein Wohnmobil in die Gruppe, einer der beiden Kollegen Richardssons starb bei diesem Unfall, der Langläufer selber erlitt schwerste Knieverletzungen, mehrere Bänder waren kaputt, auch das vordere Kreuzband. Richardsson lag im Spital, machte sich Vorwürfe wegen seines Freundes, er fühle sich am Tod mitschuldig. Dann aber entschloss er sich, Richtung Sotschi zu arbeiten. Das bedeutete aber: Das Kreuzband wurde nicht operiert. Manchmal fühlte er sich ein bisschen unsicher, aber über 15 km reichte es, den Kampf um Rang 3 zu gewinnen.

Johan Olsson war am 31. Dezember, als er einen weiteren gesundheitlichen Rückschlag erlitt, bereit, mit Olympia abzuschliessen. Eine schwere Erkältung mit Anzeichen einer Lungenentzündung liessen ihn sagen: Es reicht nicht. Da trat seine Frau Anna resolut auf den Plan: «Du kannst nach Olympia aufgeben, aber sicher nicht vorher.» Olsson fügte sich, kurierte sich gesund und begann wieder mit dem Training. Das reichte immerhin zu Silber. (jch)

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