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Das Ende der Barça-Ära

barcelona. Atletico Madrid hielt dem Druck stand und gewann dank einem 1:1 im Camp Nou gegen den FC Barcelona erstmals seit 1996 den spanischen Meistertitel.

Top-Torschütze Diego Costa nach einer Viertelstunde verletzt out, wenig später auch Spielmacher Arda Turan, nach 34 Minuten durch einen fulminanten Schuss von Alexis Sanchez 0:1 in Rückstand geraten: Die erste Halbzeit verlief für Atletico Madrid nicht einmal im Ansatz so, wie sich Trainer Diego Simeone die «Finalissima» in Barcelona vorgestellt hatte. Die Tränen von Costa und des türkischen Regisseurs waren ein Hinweis darauf, dass deren Einsatz am kommenden Samstag im Champions-League-Final in Lissabon gegen Real Madrid womöglich gefährdet ist.

Aus der Ruhe bringen liess sich Atletico durch diese Umstände aber nicht. Der uruguayische Verteidiger Diego Godin war es, der nach vier Minuten der zweiten Halbzeit mit seinem Kopfballtreffer zum 1:1 die Türe zum zehnten Meistertitel der Vereinsgeschichte weit aufstiess. In der Folge verteidigte Atletico geschickt, beanspruchte aber bei einem aberkannten Tor durch den weitgehend blassen Lionel Messi (64.) etwas Glück.

Atletico schaffte es als erstes Team seit zehn Jahren und drittes nach Deportivo La Coruña (2000) und Valencia (2002) in diesem Jahrtausend, in die Phalanx von Real Madrid und Barcelona einzudringen. «Es war zu Beginn der Saison etwas völlig Unvorstellbares», sagte Captain Gabi. «Aber der Titel ist total verdient.» Unter Diego Simeone verlor Atletico keines der vier Direktduelle gegen die Konkurrenz und kam so erstmals seit 1995/96 wieder zu Meisterehren. Beim letzten Meistertitel hatte der Argentinier die Trophäe noch als Spieler in die Höhe stemmen dürfen.

Martino geht – kommt Enrique?

Für Barcelona endete nach vier Titeln in den letzten fünf Jahren mit dem Remis gegen Atletico eine Ära. Captain Carles Puyol und Goalie Victor Valdes gehen nach jahrelanger Treue von Bord. Xavi, Iniesta oder Lionel Messi strahlten in dieser Saison nicht mehr die Dominanz anderer Jahre aus. Präsident Josep Bartomeu sprach von einer «Periode mit weitreichenden Veränderungen», die nun begonnen habe.

Die erste Neuerung betrifft die Besetzung des Trainerpostens. Wenige Minuten nach dem 1:1 gegen Atletico erklärte Gerardo Martino seinen Rücktritt. Der Paraguayer war im Juli 2013 nach dem gesundheitsbedingten Rückzug des mittlerweile verstorbenen Tito Vilanova zu dessen Nachfolger berufen worden. Nach Barcelonas erster Saison ohne Titelgewinn seit sechs Jahren erklärte Martino sogleich das Ende seiner Tätigkeit. Neuer Trainer wird aller Voraussicht nach Luis Enrique. Der bisherige Coach von Celta Vigo hat sein Engagement mit den Galiciern nicht verlängert. (si)

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