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Das heikle Debüt

LUZERN. Nur drei Tage nach Amtsantritt muss Ryszard Komornicki als Trainer des FC Luzern international antreten – in den Playoffs zur Europa League gegen den KRC Genk.

Meisterschaftszweiter und Cupfinalist – mit diesem Leistungsausweis führte Murat Yakin den FC Luzern direkt in die Playoffs zur Europa League. Nur eine Runde also muss der FCL überstehen, um erstmals die Gruppenphase des zweiten Europacups zu erreichen. Doch jetzt, da dieser Schritt getan werden soll, ist Yakin nicht mehr im Amt; entlassen wie seine Assistenten Giorgio Contini, der Winterthurer, und Walter Grüter. Drei Tage nach ihrem überraschenden und nicht für die Vereinsführung sprechenden Abgang sind zwei Polen die neuen Chefs auf der Bank: Ryszard Komornicki (53) und Dariusz Skrzypczak (44), die beide einst für den FC Aarau spielten und zuletzt gemeinsam den FC Wohlen vor dem Fall in die 1. Liga bewahrten.

Keine «Revolution»

Zwei Trainings nur hatte Komornicki, um seine Mannschaft auf ihr fünftes Heimspiel der Saison vorzubereiten – nach den ersten vier, in denen sie stets in Rückstand geraten war und dar­auf mit zunehmend unzulänglichen Mitteln reagiert hatte. Heute geht es aber nicht «nur» um einen «Dreier» in der Meisterschaft, für den schon ein 1:0 reichen würde; es geht darum, gegen einen belgischen Spitzenklub eine Basis zu legen, die wenigstens weitere Gedanken an ein internationales Fortkommen erlaubt.

An Personal haben die Polen nicht mehr als Yakin, ja mit Michel Renggli fällt eine der erfahrenen Kräfte wegen einer Zehenverletzung noch aus. Aber Komornicki will auch nicht, wie er sagt, eine «Revolution» anzetteln, weder betreffend System noch Namen. Aber mutmasslich wird er während eines Spiels weniger Änderungen an Aufstellung und System vornehmen, wie sie zuletzt unter Yakin – jeweils nach Rückständen – zur Regel wurden. Vielmehr soll der Mannschaft wieder mehr Selbstvertrauen vermittelt werden. Ob das reicht, die offensichtlichen Defizite an Klasse wettzumachen, bleibt abzuwarten.

Auf jeden Fall ist Genk, wenn auch nur mit zwei Siegen neben zwei Niederlagen zur Meisterschaft gestartet, höher einzustufen, als Favorit zu sehen. Der Verein, der 1988 aus einer Fusion der Genker Bergarbeiterklubs Thor Waterschei und KFC Winterslag hervorging, dessen erster Trainer damals der ehemalige FCB-Coach Ernst-August Künnecke wurde, gehört seit Jahren zumindest zur weiteren Spitze in Belgien. 1999, 2002 und 2011 wurde er gar Meister, 1998, 2000 und 2009 Cupsieger. Vor einem Jahr spielte er in der Gruppenphase der Champions League. Drei Heimunentschieden gegen den FC Valencia, Chelsea und Bayer Leverkusen reichten allerdings nur für Platz 4.

Der prominente Trainer

Bekanntester Mann im Verein ist Franky Vercauteren (56), in den 70er- und 80er-Jahren als linker Mittelfeldspieler Anderlechts Mitglied eines belgischen Nationalteams, das an der WM 1986 in Mexiko die Halbfinals erreichte. Prominenteste Spieler sind die Offensivkräfte Thomas Buffel (31), ein altgedienter Internationaler mit fast zehnjähriger Auslanderfahrung bei Feyenoord Rotterdam und den Glasgow Rangers, und Jelle Vossen (23), ein junger Internationaler, der als Captain vor wenigen Tagen seinen Vertrag bis 2015 verlängerte.

Wohin man es als Spieler des KRC Genk bringen kann, bewiesen in den letzten Monaten das Torhütertalent Thibaut Courtois und das Mittelfeldtalent Kevin De Bruyne. Chelsea legte über 20 Millionen Franken für sie hin. Der Goalie, der als Nachfolger Petr Cechs gesehen wird, wurde danach an Atletico Madrid ausgeliehen, De Bruyne zu Werder Bremen. Vor zwei Wochen war er auf der Schützenwiese gegen den FCW Werders auffallendster Spieler.

Zweiter Schweizer Verein in den Europa-League-Playoffs sind die Young Boys, die heute in Herning auf Jütland gegen den FC Midtylland antreten, einen Verein aus der weiteren dänischen Spitze. Anders als der FCL ist YB Favorit, steht in seiner Saisonplanung doch unmissverständlich als Ziel: Qualifikation für die Gruppenphase. (red)

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