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Das hochdeutsche «Albisgüttli» ist im Tram erlaubt

Ein SVP-Parlamentarier wollte die Durchsagen in den Zürcher Trams auf helvetischen Akzent trimmen – vergeblich.

«Streckenblockierung im Zürcher Gemeinderat wegen Ideologiekollisionen in der SVP», witzelte Severin Pflügerin (FDP) in der Ratsdebatte vom Mittwochabend. Den Anlass dazu bot ein Postulat von SVP-Mitglied Daniel Regli, der den Stadtrat zwingen wollte, Tramdurchsagen nur noch mit Schweizer Akzent zuzulassen.

«Die Vorfälle häufen sich», hatte Regli geschrieben. Er meinte die Durchsagen von Leuten, die mutmasslich in Deutschland Deutsch gelernt haben. Es sei störend, wenn das Hochdeutsche keinen typisch helvetischen Akzent aufweise. «Stehen wir zu unseren Schweizer Eigenheiten», rief Regli in den Rat (auf Schweizerdeutsch).

Martin Luchsinger (GLP) fragte rhetorisch zurück: «Wieso nur Schweizerdeutsch? Wir sind hier in Zürich – wieso nicht nur Zürichdeutsch?» Es sei ein Skandal, dass es Stadträte gebe, die keinen «züritüütschen» Akzent hätten. Daraufhin entschuldigte sich der Vorsitzende, Rats-Vizepräsident Martin Abele, für sein Berndeutsch. Der Walliser Dominique Feuillet (SP) gab zu bedenken, dass nicht nur Deutsche, sondern auch gewisse Schweizer für Durchsagen wenig geeignet seien: «Wenn der Berner mit seiner Durchsage fertig ist, ist die Störung längst behoben.»

«Teutonisch macht aggressiv»

Doch nicht nur auf der heiteren Ebene gab es Argumente. Peter Küng (SP) warnte vor Nationalismus, und sein Parteikollege Nicolas Esseiva fügte an, wichtig sei bloss die Verständlichkeit. Der zuständige Stadtrat Andres Türler (FDP) argumentierte juristisch gegen das Postulat: Das Freizügigkeitsabkommen mit der EU erlaube keine Diskriminierungen – ausser dort, wo die Sicherheit, die öffentliche Ordnung oder die Gesundheit gefährdet seien. «Das ist aber hier nicht der Fall.»

Freunde fand Regli nur bei den Schweizer Demokraten, die bemängelten, dass es der Debatte an nötigem Ernst fehle. Zudem mache «Teutonisch» die Menschen aggressiv. Die EVP wiederum hätte den Vorstoss gerne etwas abgeschwächt. Doch SVP, SD und EVP hatten keine Chance gegen die Ratsmehrheit.

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