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Das Hotel auf dem «Baselbieter Rütli»

Der Ort wird auch das «Baselbieter Rütli» genannt. Denn hier nahm die Kantonsteilung von Basel ihren Anfang. Doch nicht nur das: Hier steht heute ein Designhotel mit einer hoteleigenen Bahn­station und einem Garten von Enzo Enea.

Unter der Woche ein Business- und Seminarhotel, am Wochenende eine Oase für Erholungssuchende – und Verliebte. Kann das überhaupt funktionieren? Die Frage beantwortet sich von selbst: Das Hotel Bad Bubendorf schafft den Spagat. War­um das so ist, wird schon bei der Ankunft klar. Noch weiss der Hotelier nicht, wer da so früh angereist ist, um am Samstag noch den Natur-Markt im rund 25 Kilometer entfernten Balsthal besuchen zu können. Und schon begrüsst er die neuen Gäste herzlich und erkundigt sich, ob er weiterhelfen kann. Auch beim Rundgang gegen Abend durch das Hotel zeigt sich: Roland Tischhauser ist nicht nur ein aufmerk­samer Gastgeber, sondern ein Perfektionist. Jedes kleine Detail findet seine Beachtung, von der Dekoration im Festsaal, der gerade für eine Hochzeit gedeckt ist, bis zu den Zimmern, in welchen er liebevoll die Vorhänge zurechtrückt. Er hat genaue Vorstellungen davon, wie sich sein Haus den Gästen präsentieren muss. Das ist wohl mit ein Grund, war­um das Hotel derart gut ausgelastet ist. Denn: Ausser für die Basler und Liestaler dürfte der Ort Bad Bubendorf für die wenigsten Leute ein Begriff sein. Das Hotel liegt etwas vom Ort Bubendorf entfernt, an der Verzweigung Waldenburgertal-Reigoldswilertal, drei Kilometer von Liestal und 20 Kilometer von Basel entfernt. Doch was macht das Hotel an der viel befahrenen Strasse zu etwas so Besonderem? Neben der Leidenschaft des Geschäftsführers und Inhabers für sein Hotel gibt es noch verschiedene weitere Faktoren. Da wäre einmal das Haus selber: Erbaut über der 1641 erstmals urkundlich erwähnten Heilquelle, bietet es zwar längst keine Badekuren mehr. Dafür kann in der einstigen Badegrotte festlich diniert werden: zum Beispiel mit einem Vier-Gang-Love-Dinner bei Kerzenschein, das auch im Rahmen eines Romantic Specials* gebucht werden kann. «S alt Badhüsli», wie es liebevoll genannt wird, befindet sich im ältesten noch erhaltenen ­Gebäudeteil unterhalb der Quelle. Im 19. Jahrhundert standen hier Holzbottiche, in welchen die Leute im salzhaltigen Wasser dümpeln konnten. Heute steht hier ein grosser, runder Tisch, an dem bis zu 15 Personen Platz finden. Alt und Neu im Kontrast Und dann ist da die Architektur, die Alt und Neu in Kontrast setzt: Dort wo sich im 17. Jahrhundert noch eine Scheune befand, steht seit 2007 ein Erweiterungsbau. Das denkmalgeschützte Haus wurde mit einem Designhotel ergänzt, das mit einer Holzfassade ausgestattet ist – eine Hommage an die alte Scheune. Weil alle vier Ecken des denkmalgeschützten Hauses frei liegen mussten, ist der Neubau etwas zurückversetzt. Oder wie Tischhauser sagt: «Man muss die Ecken sehen und anfassen können. Durch das Zurücksetzen des Baus ist das gewährleistet.» Im Raum zwischen den Gebäuden befindet sich neu ein einladender, offener Loungebereich, Enzo Enea sei Dank. Dem bekannten Gartenarchitekten sei es zuzuschreiben, dass sich hier nicht die Zufahrt der Lieferanten befinde, erklärt der Hotelier. Enea, der für die Neugestaltung der Terrasse vor dem Designhotel verantwortlich zeichnet, gab noch einen weiteren, wichtigen Input: In den ursprünglichen Plänen hätte es nur im ersten Stock eine Verbindung zwischen dem alten und dem neuen Gebäude gegeben. Durch die Verlegung der Lieferantenzufahrt gibt es jetzt in jeder Etage eine Verbindung. Dem Architekturbüro Werner Leuenberger aus Nebikon und der Innenarchitektin Lian Maria Bauer ist es gelungen, Geschichte und Moderne architektonisch zu vereinen. Der Erweiterungsbau fügt sich harmonisch und doch mit spannenden Kontrasten in die ländliche Umgebung ein. Denn: Bad Bubendorf ist ein Ort mit Geschichte. Das wird in der Wirtschaft zum Bott im denkmalgeschützten Gebäudeteil deutlich. Geschmückt mit den Wappen sämtlicher Baselbieter Gemeinden und dem holzgeschnitzten «Bottewage», erinnert sie an 1830, als die Anführer des Landvolkes hier tagten. Sie forderten in einer Bittschrift an die «hoch geachteten Herren und Oberen in Basel» die Gleichberechtigung zwischen Stadt- und Landbürgern. Das war der Anfang der Kantonsteilung von Basel, die im Jahr 1833 vollzogen wurde. Bad Bubendorf gilt deshalb als Gründungsstätte des Kantons Basel-Landschaft und wird liebevoll auch «Baselbieter Rütli» genannt. Bekannt als «Fünflibertal» Der handgeschnitzte «Bottewage» in der alten Wirtschaft steht für den ­Handel mit Seidenbändern, der im ­ 19. Jahrhundert in Basel florierte: In Reigoldswil wurden in Heimarbeit Seidenbänder gefertigt, die über Bad Bubendorf nach Basel gebracht wurden. Der Legende nach soll der Händler auf der Fahrt nach Basel jedes Mal in der Wirtschaft eingekehrt sein. Weil die Bänder für fünf Franken verkauft wurden, wird das Reigoldswilertal auch «Fünflibertal» genannt. 1880 wurde ge­gen­über des Hotels die Bahnstation der Waldenburgerbahn eröffnet. Das nostalgische kleine Bahnhäuschen mit seinem markanten kleinen Turm entstand 1985 aus einem ehemaligen Güterschuppen. Die Züge halten bis heute an dieser Station an, das Hotel Bad Bubendorf dürfte damit zu den wenigen Hotels gehören, die im Besitz einer eigene Bahnstation sind (siehe angehängter Artikel). Der historische Teil des Hotels wurde im Jahr 2011 umgebaut und neu gestaltet. Die Innenarchitektin Nicole Gottschall, die dafür verantwortlich zeichnet, liess sich von der Natur inspirieren, natürliche Materialien wie Holz und Stein dominieren, in der Weingrotte mit historischer Quelle genauso wie im «alte Badhüsli», dem Restaurant Wintergarten und den Zimmern.

* Kosten für das Romantic Special in einer der Suiten: Fr. 347.– pro Nacht und Gast. Buchbar von Montag bis Sonntag nach Verfügbarkeit, auf Anfrage auch in anderen Zimmerkategorien. Mehr Informationen unter: www.badbubendorf.ch

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