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Das Interesse an der zivilen Nutzung von Drohnen steigt

Ab August braucht eine Bewilligung, wer Drohnen über Menschenansammlungen oder nicht auf Sicht fliegen lassen will. Rund zehn Anträge wurden bisher eingereicht.

Für militärische Einsätze sind ihre Fähigkeiten weit entwickelt. Aber auch für zivile Zwecke werden Drohnen zunehmend interessant. So teilte der Online-Versandhändler Amazon kürzlich mit, dass er prüft, wie sich Waren künftig auch mittels fliegender Roboter ausliefern liessen. Dass das Interesse steigt, zeigt sich auch an den Bewilligungsgesuchen, die das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) momentan behandelt. Grund dafür ist, dass bald strengere Regeln gelten. Sofern Drohnen leichter als 30 Kilogramm sind und auf Sicht gesteuert werden, ist ihr Einsatz nicht bewilligungspflichtig. Ab 1. August müssen sie aber Menschenansammlungen im Umkreis von 100 Metern meiden – es sei denn, das Bazl hat eine Ausnahmebewilligung erteilt. Als Menschenansammlung gelten mehrere Dutzend Personen dicht beieinander. Eine Frage der Sicherheit Zehn Anträge liegen vor, sagt Bazl-Specher Urs Holderegger. In erster Linie stammten sie von Fotografen, aber auch aus der Wissenschaft oder von Firmen, die Drohnen herstellen. Geprüft werde vor allem die Sicherheit für die Menschen am Boden. So sollte eine Drohne bei Ausfall von Fernsteuerung und GPS über ein Notfallsystem verfügen wie etwa einen selbstauslösenden Fallschirm. Dafür brauche es ein Profimodell, sagt Holderegger. Der Preis dafür betrage zwischen 10 000 und 30 000 Franken. Der Zürcher Profifotograf Markus Heinzer hat für seine Firma Newspictures vor sechs Jahren die erste Drohne gekauft. Das vor drei Jahren angeschaffte, 5,5 Kilogramm schwere Modell kostete 10 000 Franken. Vor allem die Sicherheit sei teuer, bestätigt er. So fliegt sein Gerät dank gespeicherter GPS-Daten bei Funkabriss selbstständig zurück. Oder dann sinkt es langsam. Heinzer sagt, dass er keine Bewilligung brauche, da er keine Menschenansammlungen überfliege. Das Bazl hat ihm aber eine Haftpflichtversicherung für den Fall eines Absturzes empfohlen. Er begrüsst die Sicherheitsvorgaben. Eine Diskrepanz sieht er darin, dass der Laie weitgehend unkon­trol­liert bleibt. Geräte ohne Sicherheitsvorkehrungen gibt es für wenige Hundert Franken, weiss er. Die Entwicklung stehe am Anfang, gibt Bazl-Sprecher Hol­deregger zu bedenken. Sollte der Drohnenverkehr stark zunehmen, würden auch die Anforderungen an die Geräte steigen. Je nachdem sei dann etwa zu fordern, dass sich Drohnen gegenseitig erkennen und warnen können. Die Bazl-Bewilligung kann für einen Anlass oder auf Dauer erfolgen. In letzterem Fall gilt sie, solange System und Pilot nicht ändern. Die Gemeinden können weitergehende Vorschriften erlassen. In Zürich verbietet ein Reglement Drohnen oder Multicopter über bewohntem Gebiet generell; die Stadtpolizei kann eine Ausnahmebewilligung erteilen. Winterthur hat kein eigenes Reglement und richtet sich nach der 30-Kilogramm-Regel des Bundes. Thomas Marth Seite 16

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