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Das Jahresresultat von OC Oerlikon übertrifft die Erwartungen

Der Himmel über OC Oerlikon klart auf: Vier Jahre nach dem Beinahe-Kollaps des Industriekonglomerats zeichnen das Management und Analysten ein positives Bild von der Zukunft. Nach der Einverleibung der Beschichtungssparte Metco von Sulzer will sich Oerlikon neue Ziele stecken.

Der Hersteller von Kunstfaser-Textilmaschinen, Fahrzeuggetrieben, Vakuumpumpen, Beschichtungssystemen und Mikrochips ist mitten in einem Transformationsprozess. Im vergangenen Monat erst war bekannt gegeben geworden, dass Oerlikon von Sulzer die Beschichtungssparte Metco kauft. Pikant daran ist, dass bei beiden Konzernen der russische Milliardär Viktor Vekselberg der dominierende Aktionär ist.

Der neue Oerlikon-Chef Brice Koch sieht den Konzern in Märkten verankert, die kräftiges Wachstum versprechen: So fänden Oerlikon-Systeme Anwendung in der Nahrungsmittelverarbeitung, für Funktionsbekleidung, im Transportwesen, auf dem Bau, in der Energieerzeugung oder in der Elektronik. 44 Prozent des Umsatzes macht Oerlikon in der immer noch wachsenden Weltregion Asien-Pazifik.

Grösste Sparte Beschichtung

Oerlikon könne langfristig gleich oder doppelt so stark wachsen wie die Weltwirtschaft, sagte Koch während der Bilanzpräsentation am Dienstag am Konzernhauptsitz in Pfäffikon im Kanton Schwyz. Im laufenden Jahr erwartet der Firmenlenker ein globales Wachstum von zwei bis drei Prozent.

Die Integration von Sulzer Metco soll im dritten Quartal abgeschlossen sein. Oerlikon hat seine Struktur durch Zu- und Verkäufe in den vergangenen Jahren verändert. 2010 musste der schwer verschuldete Konzern zudem mit einer massiven Rekapitalisierung wieder aufgerichtet werden.

Das sehr profitable Beschichtungsgeschäft wird mit dem Sulzer-Zukauf zur grössten Oerlikon-Sparte vor den Textilmaschinen. Konzernchef Koch sagte, dass nach der Metco-Integration neue Zielvorstellungen veröffentlicht werden könnten. Aktuell rechnet das Management mit einer Betriebsgewinnmarge von etwa 12 Prozent.

Gutes viertes Quartal

Grund für den Optimismus ist auch, dass das vierte Quartal dem Unternehmen Schub gegeben hat. In den ersten drei Quartalen hatte Oerlikon Einbussen hinnehmen müssen. Zwischen Oktober und Dezember stieg der Bestelleingang aber um 11,2 Prozent auf 705 Millionen Franken, während sich der Umsatz um 7,2 Prozent auf 743 Millionen Franken erhöhte.

Damit nahm Oerlikon in einem Jahr, das laut Konzernchef Koch "herausfordernd" gewesen ist, zum Schluss Fahrt auf. Die entgegengenommenen Aufträge summierten sich auf 2,89 Milliarden Franken, 3,2 Prozent mehr als im Vorjahr.

Der Umsatz im Gesamtjahr sank dagegen um 0,8 Prozent auf 2,88 Milliarden Franken. Während Textilmaschinen, Vakuumpumpen, Beschichtungen sowie die Sparte Fortschrittstechnologien den Konzern anschoben, bremste auf der anderen Seite aber der Getriebebau.

Die Gewinnzahlen waren geprägt von Sonderfaktoren, die mit dem Umbau des Konzerns zu tun haben. Der Reingewinn fiel von 380 Millionen Franken im Vorjahr auf 201 Millionen Franken, weil Geschäftsbereiche, die aufgegeben werden für einen happigen Verlust sorgten. Betrachtet man nur die Resultate der fortgeführten Geschäfte, kletterte der Gewinn aber um 18,8 Prozent auf 259 Millionen Franken.

Erwartungen übertroffen

Analysten hatten gemäss einer Umfrage der Finanznachrichtenagentur AWP im Durchschnitt mit 223 Millionen Franken Gewinn der fortgeführten Bereiche gerechnet. Die operative Leistung sei stark gewesen und der Gewinn habe die hohen Erwartungen übertroffen, lobten Analysten.

An der Börse legte der Kurs der Aktie zu: Bis Handelsschluss waren die Papiere 1 Prozent mehr wert als am Vortag.

(sda)

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