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Das Labitzke-Areal wird nun rund um die Uhr überwacht

Nachdem die Polizei das Labitzke-Areal in Altstetten geräumt hat, sind die Bagger bereits aufgefahren, um die Gebäude unbewohnbar zu machen. Stadtrat Richard Wolff (AL) findet, die Räumung sei glimpflich abgelaufen.

Er habe keinen Spielraum mehr gehabt und das besetzte Labitzke-Areal räumen lassen müssen, sagte Polizeivorsteher Richard Wolff (AL) gestern Abend nach der Räumungsaktion. Die Besitzerin, die Mobimo AG, hatte einen Strafantrag wegen Hausfriedensbruch eingereicht, der gestern gültig geworden war. Dieser zwang Wolff ebenso zum Handeln wie die vorhandene Abbruchbewilligung.

Die Räumung begann frühmorgens und war um 13.30 Uhr abgeschlossen. Sie verlief nach Angaben der Polizei «weitgehend problemlos», obwohl die Besetzer lautstark passiven Widerstand leisteten und Farbbeutel warfen. In der Nähe kam es zu einer Demonstration, bei der sechs Personen zur Überprüfung festgenommen wurden. Weitere 13 nahm die Polizei bei der Räumung vorläufig fest. Zehn davon verzeigte sie wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte oder wegen Hausfriedensbruch.

Rückkehr verhindern

Die Mobimo, die auf diesem Gelände eine Wohnüberbauung aufstellen will, hat bereits am Nachmittag mit Aufräumarbeiten und dem Abbruch der alten Farben­fabrik begonnen. «Die Gebäude werden raschmöglichst unbewohnbar gemacht», sagte Mobimo-Mediensprecherin Christine Hug gestern. Ab sofort werde das umzäunte Areal rund um die Uhr bewacht, um eine neue Besetzung zu verhindern. Laut Hug hat die Mobimo vor, Anfang nächster Woche die Baugespanne aufzustellen. Sie sind Voraussetzung dafür, dass das im Juni eingegangene Baugesuch bearbeitet werden kann.

Wolffs Partei, die AL, beharrt auf ihrer Ansicht, dass es sich um einen «Abriss auf Vorrat» handle. Mit Sicherheit würden acht bis zwölf Monate vergehen, bis die Baubewilligung vorliege. So lange hätte die Zwischennutzung noch geduldet werden können, findet sie. Zudem seien Rekurse zu erwarten, da das Projekt zwei Türme von 45 und 60 Metern enthalte. Nun entstehe eine weitere ungenutzte Brache, und es verschwinde ein weiteres Areal, wo sich Neues und Kreatives entwickeln könne.

Stadtrat Wolff sagte, er habe bis zuletzt Gespräche mit verschiedenen Beteiligten geführt. Den freiwilligen Rückzug der Besetzer, wie er es sich wünschte, konnte er nicht erwirken. «Ich bin froh, dass die Räumung glimpflich über die Bühne gegangen ist», sagte er. Thomas Schraner Seite 15

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