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Das nächste Spektakel mit Holland

Zweimal wech­selte zwischen Holland und Australien die Führung, ehe «Oranje» als 3:2-Sieger feststand.

Die Bäume wachsen auch für die im ersten Spiel gegen Spanien (5:1) zumindest eine Hälfte lang brillanten Holländer nicht in den Himmel. Gegen den krassen Aussenseiter Australien taten sie sich gestern in Porto Ale­gre enorm schwer und offenbarten vor allem defensiv grosse Schwächen. Eine Halbzeit lang enttäuschte der Favorit auf der ganzen Linie. Eine Gala wie gegen Spanien konnten sie nicht bieten – ein Spektakel aber sehr wohl.

Cahills Direktabnahme

Die Australier waren anfangs die aktivere Mannschaft, taten mehr für das Spiel und wirkten hungriger. Dank der Klasse von Arjen Robben gingen die Holländer dennoch in Führung. Der Star von Bayern München startete an der Mittellinie, liess vier Gegner stehen und markierte abgebrüht mit einem Flachschuss sein drittes Tor dieser WM.

Lange konnten sich die Holländer aber nicht freuen. Praktisch im Gegenzug erzielte Tim Cahill mit einer fantastischen Direktabnahme nach einem 40-Meter-Pass den Ausgleich. Der 34-jährige Altstar der «Socceroos» erzielte damit nach 2006 und 2010 an der dritten WM in Folge einen Treffer. Mark Bresciano (31.) und Matthew Spiranovic (32.) verpassten in der Folge eine durchaus verdiente Führung für den Aussenseiter. Beide liessen aber im gegnerischen Strafraum die nötige Ruhe vermissen und vergaben überhastet. «In der ersten Hälfte waren wir einfach schlecht», suchte Captain Robin Van Persie keine Ausreden. «Nach der Pause haben wir das System dann besser umgesetzt.»

Zunächst schlugen aber nochmals die Australier zu. Nach 50 Minuten wechselte Nationaltrainer Ange Postecoglou den Luzerner Oliver Bozanic ein – und der machte sich sogleich positiv bemerkbar. Nur drei Minuten später flog seine Flanke unglücklich an die Hand von Verteidiger Daryl Janmaat – und der algerische Schiedsrichter Djamel Haimoudi pfiff einen äusserst strengen Penalty. Captain Mile Jedinak von Premier-League-Klub Crystal Palace verwertete sicher zur 2:1-Führung. Mit dem Rücken zur Wand reagierten die Holländer und liessen ihre offensive Klasse aufblitzen.

Matchwinner Depay

Nur vier Minuten nach dem Rückstand wurde Robin Van Persie im Strafraum von Memphis Depay schön freigespielt und liess sich die Chance nicht entgehen. Der 20-Jährige des PSV Eindhoven war noch in der ersten Halbzeit für den angeschlagenen Bruno Indi Martins eingewechselt worden – und wurde zum Matchwinner. Erst hätte die Partie allerdings nochmals eine Wende nehmen können. In der 67. Minute verpasste Mathew Leckie nach einem Blackout von Ron Vlaar eine Riesenmöglichkeit zur erneuten Führung – und im direkten Gegenzug liess sich Goalie Mat Ryan von einem tückischen Aufsetzer von Depay aus rund 25 Metern erwischen – das erste Tor des Stürmers im siebten Länderspiel. Danach zollten die «Aussies» dem hohen Kräfteverschleiss mit viel Laufarbeit Tribut und konnten nicht mehr reagieren.

Hollands Trainer Louis Van Gaal ergriff mit der Einwechslung von Stürmer Depay für Verteidiger Indi Martins die richtige Massnahme. In der zweiten Halbzeit stimmte die Balance in seinem Team deutlich besser. Dennoch blieb Arjen Robben in der Analyse nüchtern: «Gut war das nicht, aber das Wichtige sind die drei Punkte.» Er machte auch klar, dass Holland nicht der grosse Turnierfavorit sei. «Aber man kann von uns alles erwarten.» Die Australier wurden für eine starke Leistung schlecht belohnt. «Wir studierten viele Videos von den Holländern und dachten wirklich, dass wir gewinnen könnten», verriet Stürmer Tim Cahill. «Ich bin aber sicher, dass wir viel Respekt für den australischen Fussball erkämpft haben.» si

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