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«Das Problem hat sich verschärft»

Gestern reichte Bettina Stefanini Klage gegen den Präsidenten des Stiftungsrates und drei weitere Stiftungsräte ein. Andreas Furger, der 2007 die Stefanini-Sammlung analysierte nimmt zum Zustand der Sammlung Stellung.

Herr Furger, wie haben Sie Bruno Stefanini kennen gelernt? Andres Furger: Ich stand als Museumsleiter mehrmals in Kontakt mit ihm bei Leihgaben oder Ankäufen. Deshalb kam die Stiftungsaufsicht auch auf mich, als es 2007 dar­um ging, die Stiftungsbestände zu analysieren. Wie lauteten Ihre Ergebnisse? Die Kunstwerke und historischen Objekte waren teilweise in einem desolaten Zustand. Die Lagerung erfolgte nicht sachgemäss und es wurden auch Objekte gestohlen. Ich schlug deshalb eine Notinventarisierung der Sammlung vor. So weit kam es nicht. Weshalb? Die Stiftungsaufsicht einigte sich mit Stefanini, er verbesserte einiges und stellte eine Kuratorin ein. Was hat das gebracht? Das Problem ist nicht durch eine einzige Fachkraft zu lösen und wird sich in der Zwischenzeit eher verschärft haben. Die Sammlung ist mit über hunderttausend Einzelobjekten schwer überschaubar, nur eine professionelle Firma könnte sie über Monate adäquat inventarisieren. Aktuell tobt ein Machtkampf um die Stiftungsübernahme. Was bringt ein neuer Besitzer? Juristisch existiert ein sogenanntes Übernahmeverschulden. Wer neu die Verantwortung der Stiftung trägt, muss eine Eingangsbilanz erstellen und die Sammlung inventarisieren. Fachjuristen sagen, dass ein Stiftungsrat nach Schweizer Recht bei fahrlässiger Verminderung des Stiftungsvermögens bis zum Privatvermögen haftet.

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