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Das Rennen der Herausforderer

Vier Meistertitel in Serie haben bisher nur GC und Pfadi Winterthur geschafft. Am Ende der neuen Saison könnten auch die Kadetten Schaffhausen dazu gehören. Sie steigen, einmal mehr, als klarer Favorit in die Meisterschaft. Spannung verspricht vor allem die Frage, welcher der Herausforderer das Rennen als Schaffhauser Gegner für den Playoff-Final macht.

Die Kadetten, mit Ambitionen in der Champions League, bewegen sich im Schweizer Handball finanziell in einer eigenen Sphäre. Letzte Saison ärgerte Wacker Thun den Dominatoren am meisten: Den überraschenden Bernern gelang der Sieg im Cupfinal, zudem hielten sie im Playoff-Final geraume Zeit dagegen, ehe sie 1:3 verloren.

Die Schaffhauser haben auch in der Transferphase alles unternommen, um ihren Status in der Schweiz zu festigen. Bestes Beispiel dafür ist das Engagement von Carlos Prieto. Der 32-jährige Kreisläufer bestritt 96 Länderspiele für Spanien, wurde Olympiazweiter 2008 und gewann dreimal die Champions League. 2,03 m gross und 110 kg schwer, wird er in der Abwehr David Graubner, der zum TV Grosswallstadt zog, ersetzen. Weitere Transfers aus dem Ausland sind der deutsche Kreisläufer Julius Emrich, Sohn des ehemaligen Nationaltrainers Armin Emrich, und der kroatische U18-Internationale Marko Mamic für den Rückraum. Zudem wird der 20-jährige Deutsche Christian Dissinger, der wegen eines Kreuzbandrisses praktisch die ganze letzte Saison verpasste, spielen. Die Kadetten also sind sicher nicht schwächer geworden. «Gegen diese Abwehr», sagt Pfadi-Trainer Adrian Brüngger, «wird es nicht einfach, Tore zu schiessen.»

Wackers Bestätigung

Für Wacker Thun steht – nach dem Cupsieg, dem 2. Platz in der NLA und dem Final im Challenge Cup – die Saison der Bestätigung an. Einen der­artigen Leistungsausweis hätte den ­Berner Oberländern, die mit argen ­fi­nanziellen Problemen kämpften, vor einem Jahr niemand zugetraut. Inzwischen verloren sie ihren wichtigsten Spieler (an St. Otmar St. Gallen): Der tschechische Aufbauer Jakub Szy­man­ski, letzte Saison zum «Wertvollsten Spieler» der NLA gewählt, wird in Angriff und Abwehr eine grosse ­Lücke hinterlassen. Gekommen ist der griechische Rekordinternationale Georgios Chalkidis; der 35-jährige Kreisläufer trat in den letzten sechs Jahren in der Bundesliga an. Wacker wird dank seiner kompakten, kampfstarken Spielart erneut zu den vier Playoff-Anwärtern zählen.

Für die Halbfinals in Frage kommen neben Wacker und Pfadi auch der BSV Bern, der HC Kriens-Luzern und St. Otmar St. Gallen. Bei den Bernern traten drei Routiniers zurück; dafür ist die Verletztenliste, die fast die gesamte letzte Saison prägte, kleiner geworden. Kriens-Luzern musste den Abgang der Abwehrstützen Bojan Beljanski und Daniel Schmid hinnehmen. Unter Trainer Torben Winther wird nach einer enttäuschenden Saison nochmals ein Anlauf nach vorne gemacht; nun wird er auf der Bank von Geschäftsführer Nick Christen unterstützt. St. Otmar St. Gallen müsste spürbar stärker sein als letzte Saison. Im Team schien schon damals Steigerungspotenzial vorhanden; jetzt wird es durch ­Szymanski und den kroatischen Links­händer Vedran Banic noch verstärkt.

Der RTV Basel, GC Amicitia Zürich, die Lakers Stäfa und Fortitudo Goss­au sind am ehesten für die Abstiegsrunde «vorgesehen». Bei den Goss­au­ern gibt der Winterthurer Rolf Erdin, ehemaliger Pfadi-Teamkollege von Adrian Brüngger, seinen Einstand als NLA-Trainer. (ust/si)

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