Zum Hauptinhalt springen

Das Risiko zahlte sich nicht aus

Wie im Vorjahr beendete Steve Guerdat den Weltcupfinal der Springreiter auf Platz 2. Geschlagen wurde er im Stechen von Beezie Madden.

2012 unterlag Steve Guerdat in der Weltcup-Finalbarrage in ’s-Hertogenbosch dem Amerikaner Rich Fellers, nunmehr musste er sich vor 12 000 Zuschauern im erneut ausverkauften Scandinavium von Göteborg der 50-jährigen Amerikanerin Beezie Madden auf Simon beugen. Olympiasieger Guerdat riskierte im Stechen mit Nino alles, wendete extrem eng und büsste seinen totalen Angriff mit zwei Abwürfen an den letzten beiden Hindernissen. Doppelolympiasiegerin Madden hatte danach leichtes Spiel. Sie ritt ruhig auf null Fehler und erreichte in ihrem 13. Weltcupfinal das grosse Ziel. Als Dritter stieg der Franzose Kevin Staut mit zehn Punkten nach insgesamt fünf Finalrunden aufs Podest. Guerdats Enttäuschung Steve Guerdat, der sich in Göteborg mit einer Erkältung über die Runden schleppte, sah nach seinem zweiten Platz nicht sehr glücklich aus. «Ich bin enttäuscht. Letztes Jahr riskierte ich im Stechen gegen Rich Fellers zu wenig, jetzt gegen Beezie zu viel. Ich stand nahe an meinem Ziel, dem Weltcupsieg. Ich ärgere mich vor allem wegen meines Fehlers im ersten GP-Umgang und hatte auch einiges Pech am ersten Tag.» Der Olympiasieger, der sich aus der 17. Position nach dem Jagdspringen mit seinem überlegenen Triumph in der zweiten Finalprüfung auf Rang 6 vorgeschoben hatte, startete vehement und beeindruckend zu seiner Aufholjagd im Grand Prix. «Nino war in bestechender Form. An ihm lag es nicht, dass ich mein Ziel nicht erreicht habe», fasste der 30-jährige Jurassier zusammen. Der erste GP-Umgang war extrem technisch und anspruchsvoll in der Linienführung. Kein einziges der noch 23 gestarteten Paare kam fehlerlos ins Ziel – auch Steve Guerdat nicht. Dabei war der ehrgeizige Romand drauf und dran, sämtliche Klippen zu bewältigen. Der 12-jährige Franzosen-Wallach, das Goldpferd von London, sprang hoch und sicher, als es am letzten Hindernis passierte. Die Distanz zum letzten Sprung, einer 162 cm hohen und überbauten Stationata, stimmte nicht. Nino riss die Stange deutlich. Im zweiten GP-Kurs bestach das Olympiasiegerpaar erneut. Guerdat überquerte die Ziellinie makellos. Der Podestplatz rückte näher, zumal die nach zwei Finalspringen führende Portugiesin Luciano Diniz mit Lennox wieder mehrmals scheiterte und auch McLain Ward (USA) und Kevin Staut (Fr) mit Super Trooper resp. Silvana patzten. Staut, der Europameister von 2009, hatte sogar den Weltcupsieg vor Augen, als er am letzten GP-Hindernis scheiterte und somit mit Platz 3 vorliebnehmen musste. Nun war die Reihe an Beezie Madden. Die erfahrene Amazone aus dem US-Bundesstaat New York, die in Aachen schon den Grand Prix und WM-Silber gewonnen hat, verschätzte sich mit Simon am Einsprung in die Zweierkombination. Ein Stechen gegen Guerdat wurde notwendig. «Da machte es mir Steve einfach», meinte die von ihrem Mann John begleitete und gemanagte Beezie Madden. «Steves zwei Abwürfe nahmen mir den Druck weg. Ich konnte taktieren und alle Hindernisse ruhig anreiten. Simon machte dies fantastisch. Wir haben nach Anfangsschwierigkeiten zusammengefunden.» Beezie Madden erhielt den nunmehr 14-jährigen Holländer-Wallach Simon vor 16 Monaten von Ex-Olympiasieger Jeroen Dubbeldam in ihren Beritt und vermag das starke Pferd nun bestens zu kontrollieren. Verärgerter Schwizer Für Pius Schwizer, den Vorjahresdritten, endete sein vierter Weltcupfinal betrüblich. Sein Holländer-Wallach Verdi liess ihn bös im Stich und warf in der ersten GP-Runde fünf Stangen in den Sand. Der Oensinger verzichtete dar­auf auf eine Teilnahme an der zweiten GP-Runde und klassierte sich schliesslich als enttäuschender 18. des Finals. «Es ist nicht das erste Mal, dass er mich hängen lässt», ärgerte sich Schwizer über Verdi. «Er bleibt ein Träumer und war nicht konzentriert. Er hat zweifellos enorme Qualitäten, steht sich aber selbst mit seiner Flüchtigkeit im Wege. Dabei hatten wir uns für Göteborg so viel ausgerechnet. « Die neue Hallenkönigin in der Dressur heisst Helen Langehanenberg, ist 30-jährig und Deutsche. Sie verhinderte mit Damon Hill am Weltcupfinal in Göteborg den Titelhattrick von Adelinde Cornelisson (Ho) mit Parzival. Die letztjährige Weltcupzweite aus Havixbeck in Nordrhein-Westfalen totalisierte nach einer fabelhaften Kür 88,286 Punkte und wurde von den sieben Richtern mit insgesamt zwei Zählern höher eingestuft als die entthronte Adelinde Cornelissen (86,214). Den dritten Podestplatz sicherte sich der dreifache holländische Weltmeister Edward Gal (84,446 Punkte), der mit dem pechschwarzen Undercover einen Nachfolger seines einstigen Ausnahmepferdes Totilas gefunden zu haben scheint. Marcela Krinke Dreizehnte Schweizer Meisterin Marcela Krinke Susmelj aus Ebikon vermochte ihr Kürziel mit 69,089 Punkten nicht zu erreichen. Der Luzerner Tierärztin schwebte ein 10. Schlussrang vor «wenn alles klappt». Es resultierte aber nach einer gravierenden Störung des Dänen-Wallachs Molberg in einer Piaffe «nur» der 13. Rang. (si)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch