Zum Hauptinhalt springen

Das selber geschaufelte Loch

Winterthur. Nach drei Niederlagen in Folge will der EHC Winterthur heute (17.30 Uhr) im Heimspiel gegen die Pikes zurück zum Erfolg finden.

Es ist ein Match gegen den Tabellenzweiten, der die Zuschauer heute Abend in der Deutweghalle erwartet, und doch ist es kein Spitzenspiel. Denn «spitze», das sind im Moment zwar die Pikes, aber der EHCW ist es nicht. Der liegt nach drei Niederlagen hintereinander nur noch auf dem 5. Platz, fünf Punkte hinter den Oberthurgauern und weitere drei hinter Leader Frauenfeld.

Die Pikes haben sich ihre Position mit einer konstanten Saison erarbeitet. Grundlage dazu bildete auch ein 3:0-Erfolg in der zweiten Runde gegen den EHCW. Da haben die Winterthurer also noch eine Rechnung offen. Aber eigentlich ists egal, gegen wen sie heute spielen. Es droht ihnen auch nicht der Absturz in die zweite Tabellenhälfte, nicht mal im Fall einer weiteren Niederlage, denn der Siebte Bülach hat acht Punkte Rückstand. Aber es geht für den EHCW darum, wieder zu Leistungen zu finden wie im Oktober oder, wie es Trainer Studer formuliert: «Wir müssen aus dem Loch heraus, das wir uns selber geschaufelt haben.» Begonnen habe die Baisse nicht erst mit den verlorenen Spielen, sondern schon während der sieben Spiele lang anhaltenden Siegesserie davor, glaubt er: «Da haben einige nachzulassen begonnen und wohl gedacht, es ginge auch so. Aber es geht nicht, wie man sieht.»

Abzulesen ist der Beginn der Winterthurer Krise an den geschossenen Toren: 35 waren es in den fünf Spielen zwischen Runde 3 (Herisau) und Runde 7 (Biasca), nur noch 11 aber in den dar­auffolgenden fünf Runden, obwohl noch Siege in Chur (5:2) und gegen Bülach (3:2 nach Penaltyschiessen) dabei waren. Für Studer ist klar: «Das Abschlussverhalten muss konsequent sein, und zwar an jedem Abend.» Gegen Seewen habe sich auch wieder einmal gezeigt, dass es nicht reiche, wenn man erst in den letzten zehn Minuten konsequent sei. «Man kann sich nicht dar­auf verlassen.»

Konsequenz ist auch in der eigenen Zone gefordert, wobei diese dem Trainer weniger Sorgen bereitet als die gegnerische: «Gegen Seewen sind uns Fehler passiert, weil wir im Übereifer falsche Entscheidungen trafen. Die Gegentore kassierten wir nicht, weil wir nachlässig waren.» Überhaupt hat Studer trotz der Niederlage auch positive Ansätze gesehen: «Wir haben intensiv gespielt und hart gearbeitet, aber wir haben unsere Chancen nicht verwertet.» Auch die Powerplays seien gut gewesen.

Anzeichen der Besserung waren also vorhanden, insbesondere in der Schlussphase, als der EHCW gehörig Druck machte und es nicht unmöglich schien, den Match noch zu kehren. Deshalb will auch Captain Rafael Geiser im Moment nicht in Panik verfallen: «Schon viele Mannschaften haben ein paarmal verloren. Wir sind routiniert genug, um damit umzugehen.» Aber man dürfe nicht gleichgültig sein und müsse die Antwort auf dem Eis geben. «Lamentieren hilft nicht weiter.»

Keine Ausreden

Ausreden will Geiser keine gelten lassen, auch nicht die vielen Verletzten, was auch den Trainingsbetrieb erschwert. Deswegen zu jammern, würde nicht viel nützen. Denn mit einer baldigen Rückkehr ist nur bei Thomas Mettler zu rechnen, der in Seewen blutend vom Feld geführt werden musste. Die Verletzungen an Zähnen und Lippe mögen ihn heute noch zu einer Pause zwingen, sind aber nicht gravierend.

Schlimmer sieht es bei Spencer Rezek und Claude Moser aus. Rezek erlitt im Match gegen Dübendorf zum wiederholten Mal eine Gehirnerschütterung und fehlt bis auf Weiteres. Moser verletzte sich an der Schulter. Er dürfte erst im Januar wieder spielen können. Immerhin wieder auf dem Eis sind Alain Rüfenacht und Steven Füglister. Sie müssen jedoch behutsam ans Niveau herangeführt werden, nachdem sie die Vorbereitung mehr oder weniger verpasst haben. (uk)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch