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Das Tech bleibt in Winterthur

Der Umzug der Ingenieurstudiengänge nach Dübendorf ist vom Tisch. Bildungsdirektion und Fachhochschule haben aufgrund einer Studie entschieden: Das Tech bleibt, wo es seit je ist. Ganz Winterthur atmet auf.

Drei Faktoren wurden hauptsächlich bewertet, und alle drei zeigen: Ein Umzug der School of Engineering in den Innovationspark Dübendorf bringt nichts. Die Kosten für Neubauten wären in Dübendorf eher noch höher als der Ausbau in Winterthur. Die erwarteten Syner­gie­n zwischen Forschung und Wirtschaft sind nicht vom Standort abhängig. Und weder Studierende noch Dozierende würden einen Umzug begrüssen – im Gegenteil: In Dübendorf müsste man mit einem Rückgang der Studierendenzahlen rechnen.

Bekenntnis für Winterthur

In Winterthur war nach Bekanntwerden des Entscheids das Auf­atmen spürbar. Die Standortförderung sieht im Verbleib des Technikums ein «starkes Signal für den Wirtschafts- und Bildungsstandort». Nach Meinung der Standortförderung hätten die Argumente schon «vor Abschluss der Evaluation» für den Standort Winterthur gesprochen. Auch der Stadtrat zeigte sich «hocherfreut über diesen Entscheid». Stadtpräsident Michael Künzle sagte in Ergänzung zur Mitteilung, es sei ein Freudentag für Winterthur. Besonders wichtig sei, dass der Entscheid glasklar ausgefallen ist. «Das stärkt unseren Bildungsstandort, und das ist auch im Hinblick auf die Abstimmung zum Werk 1 von nächstem Wochenende wichtig, weil die ZHAW so hier weiterwachsen kann.»

Auch der 81-ährige Winterthurer Chemie-Nobelpreisträger Richard Ernst war in Champa­gnerlaune. Der Einsatz über alle Parteigrenzen hinweg habe sich gelohnt. «Es wäre schön, wenn der Kanton in diesem Stil weitermachen würde.» Laut Ernst gibt es noch andere Dinge, in denen sich Zürich für Winterthur entscheiden könnte.

ZHAW hat sich verrechnet

Für Ernst wie auch für den ehemaligen Technikum-Professor Gaston Wolf war längst klar, dass sich die ZHAW-Schulleitung mit den Umzugsplänen verrechnet hat. «Wenn eine so grosse In­sti­tu­tion umziehen muss, dann verursacht das enorme Kosten», so Ernst. Dass sich die Studentenzahl bei einem Wegzug massiv ­reduzieren könnte, hätten Ernst wie Wolf der ZHAW schon vor der Studie sagen können: «Bei anderen solchen Umzügen schrieben sich hernach jeweils bis zu 40 Prozent weniger Studierende am neuen Standort ein», sagt Wolf als heutiger Vorstand des Verbandes Fachhochschuldozierender.

Das entscheidende Moment gegen den Wegzug sei aber die Tatsache gewesen, «dass die Schulleitung und die Bildungsdirektion keine stichhaltigen Argumente dafür hatten, eine über 140 Jahre gewachsene und funktionierende Ausbildungsin­sti­tu­tion auf eine grüne Wiese ausserhalb der zwei Grossstädte zu zügeln.»

War­um wollten sie den Wegzug also dennoch vorantreiben? «Um einen vermeintlichen Ankermieter für den Innovationspark zu haben und um in dessen Annalen einzugehen», vermutet Wolf. In die Annalen eingehen könne der ZHAW-Rektor und die Bildungsdirektion jetzt, wenn sie «blitzartig» die überfällige Sanierung der bestehenden Gebäude in Winterthur an die Hand nehmen. Der amtierende Rektor Jean-Marc Pive­teau verspricht, dies jetzt «mit höchster Priorität voranzutreiben». mgm/bä/mö Seite 3

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