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Das Tennisspielen fällt wieder leichter

INDIAN WELLS. Das 6:3, 3:6, 6:7 (3:7) im Final gegen Novak Djokovic war für Roger Federer eine Niederlage, die nichts in Frage stellt.

Vieles stimmte im Spiel von Roger Federer auch im Final, obwohl es nicht zum fünften Titel in Indian Wells reichte. Am Ende war Novak Djokovic über die zweieinviertel Stunden eine Spur sicherer, gewann in den entscheidenden Momenten den einen oder anderen Punkt mehr auf dem Weg zum Sieg in drei Sätzen. Wie wenig über den Ausgang der Partie entschied, zeigt das Punkteverhältnis von 99:98 zugunsten des Serben. «Es ist hart, wenn man so viel Arbeit reingesteckt hat, so wenig Punkte zum Sieg fehlen und man doch ohne Trophäe dasteht», gestand Federer.

Der 17-fache Grand-Slam-Sieger war aber trotz der Niederlage in seinem 116. Final nicht niedergeschlagen. Dafür ist ihm das letzte, schwierige Jahr noch zu präsent. Vor ziemlich genau 12 Monaten hatte in Indian Wells sein Leidensweg mit der Rückenverletzung angefangen. Die Folgen der Verletzung wirkten sich auf das ganze Jahr 2013 aus. Nun steht er in dieser Saison mit einer Bilanz von 19:3-Siegen da, hat in Dubai schon einen Titel gewonnen und spielt «gutes Tennis». Er habe auch im Final solid gespielt und sich gut bewegt, meinte Federer.

Automatisch inspirierter

Im ersten Satz war seine Leistung gar hervorragend. Da schaffte er es immer wieder, seinen Gegner von der Grundlinie aus auszuspielen. Djokovic gestand, er habe in dieser Phase nicht viel tun können. Der Weltranglistenzweite sorgte dann zum Ende des zweiten und zu Beginn des dritten Satzes mit zwei Breaks für den Umschwung. Federer schlug mit dem Service-Durchbruch zum 5:5 nochmals zurück, geriet dann aber im Tiebreak rasch entscheidend ins Hintertreffen. Er habe richtig gespielt, resümierte Federer nach dem 33. Duell und der 16. Niederlage gegen Djokovic. «Die Partie hätte in die eine oder andere Richtung gehen können.»

Der zweite Turniersieg des Jahres blieb Federer zwar vorerst verwehrt, am Fazit zum Masters 1000 in der kalifornischen Wüstenstadt ändert dies aber nichts: «Es war super für mich.» Rascher als erwartet hat er sein Selbstvertrauen, das er im letzten Jahr verloren hatte, wieder aufgebaut. In Indian Wells konnte er bestätigen, was er in den ersten zwei Monaten des Tennisjahres gezeigt hatte. Das Tennisspielen fällt ihm wieder leichter. «Ich wache am Morgen auf, ohne Schmerzen zu verspüren. Ich gehe zu Bett, ohne mir zu sagen, hoffentlich geht es morgen besser. Diese Gedanken sind weg. Da ist man automatisch inspirierter und fröhlicher als Person.»

Die Auftritte von Federer strahlen wieder eine gewisse Leichtigkeit aus. Er ist leichtfüssig unterwegs, der richtige Schlag im richtigen Moment kommt oft, und der Aufschlag ist dann am besten, wenn er ihn am nötigsten hat. Die Niederlage gegen Djokovic ändert an dieser Erkenntnis nichts. «Ich lasse mich davon nicht unterkriegen», versichert Federer. Noch hat er sein bestes Niveau nicht ganz erreicht, aber der eingeschlagene Weg stimmt fraglos.

Die Nummer 5

Die Weltrangliste bestätigt diese Einschätzung. Federer machte einen Sprung von Platz 8 auf 5 und ist in der Jahreswertung hinter Stanislas Wawrinka die Nummer 2. Viel Bedeutung misst er seiner Platzierung allerdings nicht bei. «Ob Vierter oder Dritter ist nicht wichtig. Es kann einen kleinen Vorteil bei den Auslosungen bringen, aber ansonsten … Die Nummer 1 wäre eine grosse Sache. Aber derzeit wäre es falsch, zu weit nach vorne zu schauen. Schliesslich gab es vor einigen Monaten Leute, die meinten, ich könne nicht mehr Tennis spielen.»

Bereits gestern Abend reiste Federer von Palm Springs weiter nach Miami, wo sogleich das nächste Masters 1000 ansteht. «Ich werde vor Ort sehen, wie ich mich fühle. Aber normalerweise bestreite ich das Turnier», sagte er. (si)

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