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Das Who is Who der Steibi

Wer sich fragt, wen die Fahnen an der Steinberggasse darstellen, greift zur Broschüre. Sie erzählt Geschichten zu den Figuren und lässt Geschichte lebendig werden.

Mehr als 60 Personen von einst und von heute sind auf den grossen weissen Fahnen abgebildet, die derzeit die Steinberggasse schmücken. Fotografiert wurden die meisten von Andreas Wolfensberger. Eine kleine Broschüre, die gratis in den Geschäften erhältlich ist, erklärt nun, wer diese Figuren sind oder wer sie waren. Herr und Frau Sulzer etwa, die 1830 den Grundstein ihrer Firma im Tössfeld legten. Oder der frühere FDP-Nationalrat Erich Müller, der bei Sulzer Karriere machte und nach der Pensionierung von Seuzach an die «Steibi» zog – «trotz höherem Steuerfuss» in Winterthur, wie die Broschüre anmerkt. Der berühmteste Bewohner war wohl Jonas Furrer, der erste Bundespräsident der Schweiz, dessen Geburtshaus heute der Solidarität mit der Dritten Welt verpflichtet ist. Es sind Geschäftsinhaber und -gründerinnen, die der Steinberggasse ihren besonderen Reiz geben wie die Teefrau Eliane Brown, die Vergolderin Monika Stutz, die Tütü-Spezialistin Carmen Corti oder die Copy-Printerin Marianne Gilomen. Überhaupt hat Kathrin Bänziger, die Initiantin des Jubiläumsprojekts und Autorin der Broschüre, darauf geachtet, dass die Frauen ihren angemessenen Platz in der öffentlichen Wahrnehmung finden. Auffallend ist auch, wie viele Musiker sich vom Charme der alten «Hintergasse» inspirieren lassen. Zu ihnen gehören John Harrison aus Antigua, der Cellist Jürg Bachmann und Gody Wittmann, der die Beatles und die Sixties liebt, sein Geld aber als Coiffeur verdient. Immer gibt Bänziger auch an, in welchem Jahr das betreffende Haus gebaut wurde. Da und dort erzählt sie auch kleine Geschichtlein zu Haus und Bewohnern. Im Haus an der Steinberggasse 29 wohnte einst die Familie von Jakob Ziegler-Pelli. Wie sein Vater hantierte auch Ziegler gerne mit Chemikalien, was eines Tages zur Explosion führte. Eine Dienstmagd starb und der Hausherr entging der Gefängnisstrafe nur deshalb, «weil er vor Haftantritt starb». Die 28-seitige Broschüre ist in den meisten Geschäften der Steinberggasse gratis erhältlich.

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