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De Felice, ein grosser europäischer Kulturvermittler

Das Museum im Schloss von Yverdon-les-Bains widmet seine neue Ausstellung dem Gelehrten Fortunato Bar­to­lo­meo De Felice. Der Aufklärer eröffnete vor 250 Jahren eine Druckerei in der Bäderstadt.

Die Druckerei von Fortunato Bartolomeo De Felice, die zu den wichtigsten der Schweiz zählte, publizierte zahlreiche bedeutende Werke des 18. Jahrhunderts, dar­un­ter die Enzyklopädie von Yverdon in 58 Bänden. Die gewichtige Serie kam dank der Beziehungen zustande, die De Felice auf seinen Reisen durch ganz Europa knüpfen konnte. Die in 3000 Exemplaren verfertigte Enzyklopädie von Yverdon wurde in den Niederlanden, Deutschland, Skandinavien und Russland als Leitwerk der Aufklärung betrachtet. In Frankreich allerdings galt ein Monopol für die Enzyklopädie von Paris – und in seiner italienischen Heimat war De Felice Persona non grata. Die Ausstellung zeigt den Lebenslauf des Gelehrten. De Felice, der 1723 in Rom zur Welt kam, besuchte ein Jesuitenkolleg, bevor er in Neapel Philosophie und Experimentalphysik studierte. 1756 befreite er eine Gräfin, die von ihrem eifersüchtigen Mann in ein Kloster gesteckt worden war, und musste aus Italien fliehen. Als er nach Irrwegen die Schweiz erreichte, verkehrte er in intellektuellen Kreisen Berns, lancierte zwei Zeitschriften und konvertierte zum Protestantismus. In Yverdon gründete er eine Erziehungsanstalt sowie die genannte Druckerei. De Felice publizierte Werke aller Sparten: Medizin, Recht, Geschichte, Religion, Pädagogik und Belletristik. Nach zwei erfolgreichen Dekaden geriet er in den 1780er-Jahren in finanzielle Schwierigkeiten. Im Februar 1789 starb der Aufklärer – fünf Monate vor der Französischen Revolution.

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