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Dem EHCW fehlt die Konstanz

Der EHC Winterthur bezieht in Chur seine vierte Saisonniederlage. Nach einer mässigen Leistung verliert er 1:3.

Dass der Match bis zum Schluss spannend war, lag vor allem am Unvermögen Churs, ihn frühzeitig zu entscheiden. Das hätte dem EHCW dank einer Leistungssteigerung im Schlussdrittel beinahe noch zu einem oder mehreren Punkten gereicht. Sandro Gartmann aber entschied die Partie 22 Sekunden vor Schluss mit einem Schuss ins leere Tor zugunsten der Bündner. Die Winterthurer hatten das Spiel nicht so schlecht begonnen, wie sie es später fortsetzten. Sie wirkten durchaus gewillt, an den guten Auftritt gegen Biasca anzuknüpfen. Sie schnürten die Bündner ein, eroberten die Scheibe meist schnell wieder und Torhüter Fabio Haller, der turnusgemäss wieder anstelle Remo Oehningers zum Zug kam, musste nur selten eingreifen. Allerdings galt das auch für Churs Goalie Leon Sarkis. Gemessen am Scheibenbesitz und an der Präsenz in der gegnerischen Zone erar­bei­te­te sich der EHCW nämlich viel zu wenige Chancen, eigentlich nur zwei: Erst schlug Philipp Aerni den Puck an den Pfosten, was ein wenig an die Cup-Niederlage an selber Stelle vor drei Wochen erinnerte, als die Winterthurer das Gestänge mindestens viermal getroffen hatten. Und dann brachte Joshua Theodoridis die Scheibe alleine vor Sarkis nicht aufs Tor. Da, wo Theodiridis zum Abschluss kam, waren die Winterthurer ansonsten zu wenig anzutreffen, in der Zone unmittelbar vor Sarkis nämlich. Der hatte meist freie Sicht, wenn die Verteidiger schossen, und Abpraller gab es deshalb auch nicht, überhaupt zu wenige Torszenen. Chancen hatte Chur schon im ersten Drittel nicht weniger als der EHCW gehabt, der nach dem guten Beginn defensiv etwas nachlässiger wurde. Bedeutend schlechter waren die Winterthurer im zweiten Abschnitt. Schon die ersten Einsätze missrieten. Chur hätte durch Dario Gartman oder Thierry Staub in Führung gehen können oder spielte seine Gegenstösse (noch) zu unpräzis. Diese wurden teilweise durch leichtsinnige Scheibenverluste verursacht, die auch Routiniers wie Steven Schmid oder Fabian Hurter unterliefen. Hurters Eigentor Die Churer Führung lag in der Luft, in der 27. Minute war sie Tatsache: Manuel Holenstein wartete geschickt, bis der ganze Winterthurer Block durcheinander war, und schloss klug zum 1:0 ab. Es war das Ende eines guten Angriffs, wie ihn der EHCW kaum einmal zustande brachte. Luca Homberger bot sich zwar kurz dar­auf durch einen schlechten Churer Wechsel die Möglichkeit zum 1:1, doch er blieb an Sarkis hängen. Sonst aber musste der EHCW froh sein, mit dem knappen Rückstand in die letzten 20 Minuten gehen zu können, denn gegen Ende des Mitteldrittels hätten die Bündner das Resultat zwingend erhöhen müssen. Vor allem die Linie mit Holenstein, Dario Gartmann und Lukas Willi wirbelte die Winterthurer durcheinander. Immerhin stemmte sich der EHCW im letzten Drittel gegen die Niederlage, obwohl er zunächst einen Genickschlag einstecken musste: In der 42. Minute unterlief Hurter im Boxplay ein Eigentor. Davon liessen sich die Winterthurer aber nicht beirren und beinahe wären sie noch einmal herangekommen. Eric Geiser verkürzte in der 45. Minute und danach gab es genug Chancen, das 2:2 noch zu erzielen. Ziegler, Loser und Moser scheiterten im selben Einsatz, und auch Philip Beeler hatte in Unterzahl den Ausgleich noch auf dem Stock. Aber das Tor fiel schliesslich auf der anderen Seite. Unverdient war es natürlich nicht, denn Chur war eher als Spitzenteam aufgetreten als die Winterthurer. Zu Beginn noch verhalten zwar, aber defensiv fast immer stabil und vorne mit einem Chancenplus. Belohnt wurden die Bündner mit dem fünften Sieg in Serie. Der EHCW war angetreten, um gegen ein Team, mit dem man es im weiteren Saisonverlauf noch zu tun haben wird, Stärke zu zeigen. Das Gegenteil ist passiert. Nach zwei 3:1-Siegen im Cup und in der Meisterschaft können die Bündner von sich sagen, den EHCW zumindest in der eigenen Halle im Griff zu haben. Die Winterthurer dagegen haben die für sie (und andere Mannschaften) nicht neue Novemberbaisse noch nicht überwunden. Die Leistungen sind von wenig Konstanz geprägt. Beim 4:2-Sieg am Samstag gegen Biasca war das Team gut, davor und auch gestern wieder weniger. Das hatte Konsequenzen: Mit der vierten Saisonniederlage musste die Tabellenführung wieder an Biasca abgetreten werden, das Dübendorf 3:2 bezwang.

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