Zum Hauptinhalt springen

Den Goldfavoriten besiegt

Sotschi. Beiden Schweizer Curling-Teams gelang der Start ins Olympiaabenteuer. Die Männer um Skip Sven Michel schlugen nach einer Niederlage gegen Schweden (5:7) den Goldfavoriten Kanada 5:4. Die Frauen besiegten die USA 7:4.

Im Fokus standen am ersten Spieltag die Männer, die gegen Weltmeister Schweden und Topfavorit Kanada das schwerstmögliche Programm zu bewältigen hatten. «Es war enorm wichtig, diesen ersten Tag mit einem Sieg abzuschliessen», resümierte Skip Sven Michel, denn «zwei Niederlagen zum Auftakt hätten uns den ganzen Ruhetag lang zu denken gegeben». So aber präsentiert sich die Ausgangslage verheissungsvoll. Michel: «Wie spielten gut und sind in Form. Und zwei der drei schwersten Gegner haben wir schon hinter uns.»

Die Schweizer spielten derart gut, dass sie noch am Abend nach dem Sieg über Kanada dem verlorenen ersten Spiel gegen Schweden nachtrauerten. «Natürlich ist es nicht schlecht, in Anbetracht dieses Startprogramms mit einem Sieg zu starten», meinte Claudio Pätz, der Vize-Skip. «Aber es kommt ja immer auch drauf an, wie die Spiele laufen. Ein Start mit zwei Siegen wäre durchaus möglich gewesen.» Am Vormittag leisteten sich die Schweizer aber zu viele Fehler. Vier Fehlsteine wiesen den Schweizern gegen das Weltmeister-Team von Niklas Edin nach 2:0- (nach 4 Ends) und 3:2-Führungen (nach 6 Ends) noch den Weg in die Niederlage.

Der Sieg gegen die Kanadier stellte für Simon Gempeler, Sandro Trolliet, Claudio Pätz und Sven Michel zweifellos etwas Besonderes dar. Bei allen WM-Teilnahmen (Junioren und Aktive) hatte das Team von Michel gegen Kanada stets verloren, vor einem Jahr an der WM in Victoria (Ka) unterlagen die Adelbodner derselben kanadischen Mannschaft noch 2:7.

Die Schweizer erhielten beim Überraschungscoup allerdings kanadische Schützenhilfe. Im fünften End leisteten sich die Kanadier gleich vier komplette Fehlsteine (!), die letzten beiden gab Skip Brad Jacobs ab. Dieses Fiasko nützten die Schweizer zu einem gestohlenen Dreierhaus zum 3:0 bei Halbzeit aus. Trotzdem geriet der Sieg im Finish nochmals in Gefahr: Den «Canucks» bot sich mit dem allerletzten Stein der Partie noch eine Ausgleichschance, Jacobs vergab diese Möglichkeit aber.

Michels zweiter Ruhetag

Erst eine Partie bestritt das Frauen-Team um Skip Mirjam Ott. Sie endete mit einem souveränen 7:4-Erfolg gegen die USA. Die Schweizerinnen liessen sich in der Startphase zwar zweimal einen Stein stehlen und lagen 0:2 zurück, schrieben dann aber im vierten End ein Dreierhaus und im fünften End ein gestohlenes Zweierhaus.

Heute Dienstag treffen die Schweizerinnen (1-0) auf Dänemark (0-1) und Südkorea (0-0). Die Männer geniessen einen Ruhetag, was es im Curling fast nur an Olympischen Spielen gibt. Sven Michel: «An grossen Turnieren in Kanada kann man sich ebenfalls einen Ruhetag erspielen, wenn es einem gelingt, durch die Vorrunde zu marschieren. So gesehen, ist das erst der zweite Ruhetag an einem Turnier in meiner Curling-Karriere.» (si)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch