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«Den Gürtel etwas enger schnallen»

vuokatti. Die Schweiz ist an der OL-WM zum vierten Mal in den letzten fünf Jahren die beste Nation. Dies verdankt sie allerdings einzig Simone Niggli. Ihr Ehemann Matthias Niggli, der Chef Leistungssport von Swiss Orienteering, zieht Bilanz.

Simone Niggli gewann dreimal Einzel-Gold und mit der Staffel Bronze. Die angestrebten sechs Podestplätze wurden dagegen verpasst, weil die Schweizer Männer erstmals seit 2004 medaillenlos blieben. Matthias Niggli, wie fällt Ihr WM-Fazit aus?

Matthias Niggli: Bei den Frauen ist die Bilanz sicher sehr gut mit Simone als dreifacher Weltmeisterin und der Bronzemedaille in der Staffel als sehr schönem Abschluss für das ganze Team. Bei den Männern hatten wir mit drei Medaillen gerechnet. Dort wurde das Ziel ganz klar nicht erreicht. Die Ränge zwischen 4 und 6 sind jedoch so zahlreich, dass man sieht, dass die Zielsetzung durchaus realistisch war. Das eine oder andere hat diesmal allerdings nicht ganz zusammengepasst. Das kann passieren. Wir schauen sicher vorwärts und werden versuchen, beim nächsten Mal wieder unser Bestes zu geben.

Was waren die Gründe, dass es bei den Männern mit der Medaille nicht geklappt hat?

Es ist schwierig, einen Punkt zu nennen. Dreimal Rang 4, das ist eng. Da entscheidet die Tagesform. Zudem hatte man beispielsweise in der Staffel nicht mit der Ukraine auf Platz 3 gerechnet. Dann wird bei der Dichte des Feldes schnell einmal eine Medaille verpasst. Die Leistungen waren nur unwesentlich schlechter als in den Jahren zuvor. Von daher werden die Athleten in ein paar Tagen durchaus zufrieden sein damit.

Dann hält sich die Enttäuschung also in Grenzen?

Es ist sicher enttäuschend, wenn man zwischen den Rängen 4 und 6 ist. An Weltmeisterschaften zählen die ersten drei Plätze. Die Athleten sind hierhergekommen, um Medaillen zu gewinnen. Sie hatten in den letzten Jahren sehr viele geholt und dann steigen die Erwartungen. Nun mussten wir in dieser Woche halt einmal untendurch.

Gibt es etwas, das Sie sich im Nachhinein vorwerfen?

Dafür ist es noch zu früh. Wir werden es sicher analysieren. Es gibt aber derzeit nicht einen Punkt, bei dem ich sagen würde, dass wir etwas falsch gemacht haben. Die Vorbereitung war gut, sie war wie in den letzten Jahren. Es waren alle in Form, das sieht man bei der Dichte der Resultate. Wenn es am Anfang im Sprint mit einer Medaille geklappt hätte, dann wäre der Knoten wohl gelöst gewesen. In den letzten Jahren hatten wir das immer gehabt, und dann ist es gelaufen. In diesem Jahr versuchten sie es immer wieder und sind dann doch immer wieder auf die undankbaren Plätze gekommen.

Ende Jahr steigt der Hauptsponsor aus. Momentan sieht es bezüglich eines Nachfolgers nicht gut aus. Was könnte dies für Auswirkungen auf das Nationalteam haben?

Das kann durchaus Auswirkungen haben. Wir werden versuchen, diese in einem solchen Rahmen zu halten, dass wir in der Vorbereitung keine grossen Abstriche machen müssen. Aber das ist sicher etwas, das uns in diesem Herbst beschäftigen wird. Wir müssen einen Partner finden. Man hat gesehen, dass in diesem Team Potenzial steckt, und wir hoffen, dass dies auch ein allfälliger Sponsor merkt. Wir werden sicher unseren Weg weiter gehen, in welcher Form genau, das müssen wir sehen. Es ist sicher nicht so, dass wir zumachen und nicht mehr an die WM kommen. Aber es ist natürlich ein Handicap. Wir werden den Gürtel etwas enger schnallen müssen. (si)

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