Zum Hauptinhalt springen

Den Meister erneut niedergerungen

winterthur. Mit dem erkämpften 22:21 (12:10) über Meister Kadetten Schaffhausen ist Pfadi zurück im Rennen um den 1. Platz und damit die beste Ausgangslage für die Playoffs.

Zwei Minuten und zwei Sekunden vor Spielende brachte Christian Dissinger die Kadetten auf 22:21 heran. Dass in der folgenden, turbulenten Endphase kein Treffer mehr fiel, passte zu diesem Match, der von defensiven Qualitäten, dem Toreverhindern und nicht von offensivem Feuerwerk lebte. Nach Dissingers 22:21 also war Schluss mit Toreschiessen, nicht aber mit der Spannung. Pfadis Julian Krieg verpasste gegen Torhüter Remo Quadrelli die Vorentscheidung. Im Gegenzug – die Zeit zeigte 59:23 – wurde Dissinger wegen eines Stürmerfouls zurückgepfiffen. Nicht nur die Kadetten wunderten sich über diesen Entscheid. Pfadi kam wieder in Ballbesitz und nahm bei 59:45 das Timeout. 15 Sekunden also blieben, um den Sieg ins Trockene zu bringen. Das musste zu schaffen sein. Doch dann rutschte Michal Svajlen aus und wurde mit Schrittfehler bestraft. Der Ball geriet wieder in Schaffhauser Hände, aber Rares Jurca strauchelte im Konter ebenfalls und brachte den Pass nicht mehr an einen Mitspieler. Damit war Pfadis dritter Sieg im vierten Meisterschaftsspiel gegen die Kadetten vollbracht. «Sechzig Minuten Gas» «Über den Kampf» sei Pfadi zu diesem kapitalen Erfolg gekommen, sagte Trainer Adrian Brüngger. Seine Mannschaft habe nach dem zahnlosen Auftritt vor einer Woche beim BSV Bern das gezeigt, «was wir sehen wollten: Sie hat sich zerrissen und sechzig Minuten lang Gas gegeben.» Das wurde vor allem in der Abwehrarbeit klar ersichtlich, in der jeder Spieler seinen grossen, rastlosen Anteil leistete. Die beiden Torhüter waren ähnlich gut. Pfadis Simon Kindle aber lieferte seine Paraden in den wichtigeren Momenten ab. Und: «Wir konnten uns auf ihn verlassen, dass er die Würfe von aussen hatte. So konnten wir uns mit der Verteidigung mehr auf die Mitte konzentrieren», lobte Adrian Brüngger den jungen Keeper. Auf der anderen Seite ärgerte sich Urs Schärer, der Trainer der Kadetten, über die Trefferquote seiner Aussenspieler: «Gegen eine 3-2-1-Abwehr bekommen sie Chancen. Dann muss man sie nur noch nutzen.» Auch die Ausbeute in Kontern liess sehr zu wünschen übrig. Konstant gefährlich waren die Schaffhauser nur durch die Aufbau-Rechtshänder Andrija Pendic und Christian Dissinger. «21 Tore …», sagte Schärer und schüttelte den Kopf. Zufrieden durfte er nur mit Quadrelli und der Verteidigung sein. Ein Abend der Offensiven wars in der Tat nicht. «Beide haben nicht auf dem besten Level gespielt», meinte Brüngger. Vom 16:17 zum 21:18 Pfadi war schlecht aus den Startlöchern gekommen, geriet 0:3 in Rückstand, kämpfte sich über eine verbesserte Verteidigung wieder heran und ging in der 23. Minute mit dem 7:6 von Svajlen erstmals in Führung. 14:11 lagen die Winterthurer kurz nach der Pause vorne, ehe zehn trefferlose Minuten zum 15:16-Rückstand führten. Nach dem 16:17 folgte die grosse Serie von Marcel Hess. Der Fighter, der als Linksaussen, Kreisläufer und kurz selbst als Spielmacher auftrat, erzielte die folgenden vier Pfadi-Tore und Heiko Grimm ergänzte in der 55. Minute zur 21:18-Führung. Das stellte die Reserve dar, die bis zum Schluss reichen sollte. Hess war mit fünf Toren (vom 16:17 an …) aus sechs Versuchen der sicherste Pfadi-Werfer, wobei er im Konter, vom Kreis oder Rückraum aus, sowie als Penaltyschütze traf. Die Aufbauer Svajlen, Grimm und Krieg hatten Erfolgsquoten von rund 50 Prozent, wobei sich beispielsweise Heiko Grimm eine bessere Ausbeute mit «Antiwürfen» auf Quadrelli selbst vergab. Defensiv war er, der Captain, als vorgestellter Verteidiger aber einer der Schlüssel, weshalb die Kadetten nicht in Fahrt kamen. Wieder selbst in der Hand Und plötzlich haben die Winterthurer wieder alles selbst in der Hand, um von Platz 1 aus in die Playoffs zu steigen. Dank ihres Sieges sowie Thuns überraschender Heimniederlage gegen den BSV Bern sind sie mit zwei Siegen aus den letzten zwei Runden sicher Erste. Wenn sie am 10. April das Heimspiel gegen St. Otmar gewinnen und die Kadetten zugleich zu Hause gegen Wacker siegen oder unentschieden spielen, dann genügt Pfadi eine Woche dar­auf beim Abschluss selbst ein Unentschieden in Thun zum 1. Rang. Reichlich niedergeschlagen blieb Urs Schärer nach dem Match auf einem Stuhl am Spielfeldrand sitzen. Es muss nun sehr viel für den Titelverteidiger laufen, dass es ihm zum 1. Schlussrang in der Finalrunde reicht. Aus eigener Kraft kann er das – im Gegensatz zu Wacker und Pfadi – nicht schaffen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch