Zum Hauptinhalt springen

Den Sieg auf Silbertablett serviert

Im zweiten Spiel nach der Nationalmannschaftspause war es für Rapperswil-Jona schon wieder vorbei mit der Herrlichkeit. Zu Hause unterlagen die St. Galler Genf-Servette nach schwacher Leistung 2:5.

Der Sieg in Lausanne vom Dienstag (4:3 nach Penaltys) mache ihnen Mut, gebe Selbstvertrauen, hatte Lakers-Assistenztrainer Michel Zeiter mit Blick auf die gestrige Partie gegen Servette gesagt. Zu sehen war davon wenig bis nichts.

Und das gegen einen Gegner, der selbst auch wenig überzeugend auftrat. Den Genfern war die Formkrise deutlich anzumerken. Von den letzten zehn Partien hatte die Equipe von Chris McSorley nur deren drei gewinnen können, weshalb sie nach gutem Saisonstart bis auf Rang 8 zurückgefallen war, ehe sie gestern dank Sieg beim Schlusslicht auf Kosten der Kloten Flyers (2:5 in Lugano) wieder eine Position gutmachen konnte.

Kaum Gegenwehr vorhanden

Der Erfolg in der Rosenstadt wurde den Servettiens quasi auf dem Silbertablett serviert. Jedenfalls stiessen die Gäste bei ihren fünf Treffern auf erschreckend wenig Gegenwehr. Beim 1:0 von Kevin Romy genügte ein Steilpass, um die Lakers-Defensive auszuschalten (18.). Beim 2:1 – zwischenzeitlich hatte Nils Berger für die Gastgeber ausgeglichen (27.) – fühlte sich dann kein St. Galler für Taylor Pyatt zuständig, sodass dieser einen Abpraller beim Keeper Tim Wolf ohne Mühe einnetzen konnte (33.).

Durch Untätigkeit glänzten die Gastgeber auch gut fünf Minuten später, als Daniel Rubin im Powerplay auf 3:1 erhöhte. Statt ihn zu attackieren, liess sich der Neo-Internationale Cédric Hächler – auf einen Schuss spekulierend – auf die Knie fallen und verschaffte Genfs Top­sko­rer damit alle Zeit der Welt, um sich eine Ecke auszusuchen (38.). Acht Sekunden vor Ablauf des zweiten Drittels machte Doppeltorschütze Taylor Pyatt mit dem 4:1 – auf Pass seines Bruders Tom – dann bereits alles klar (40.). Die weiteren Treffer zum 2:5-Endstand durch Lakers-Captain Stefan Hürlimann (44.) und Matt D’Agostini (58.) waren nurmehr Resultatkosmetik.

Loser-Mentalität

Obwohl es immer wieder aufs Neue erstaunt, eigentlich ist es der Normalfall, dass die Lakers es nicht auf die Reihe kriegen, den Schwung aus einem Sieg ins nächste Spiel mitzunehmen. In der laufenden Saison schafften sie es erst einmal, in zwei aufeinanderfolgenden Partien als Gewinner vom Eis zu gehen. Woran das liegt, kann sich auch Nils Berger nur schwer erklären. «Es wird wohl mit den vielen Negativerlebnissen in den vergangenen Jahren zusammenhängen», mutmasst der 23-jährige Stürmer. Irgendwann begännen sich die Niederlagen in den Köpfen einzubrennen und es entstehe eine Loser-Mentalität. «Es scheint mir, als hätte jeder das Gefühl, nach einem Sieg ganz anders auftreten zu müssen. In Lausanne spielten wir einfach und konsequent, halt so, wir wir uns das vorgenommen hatten. Gegen Genf war das überhaupt nicht so.» Einmal mehr seien sie vor allem vor dem eigenen Tor viel zu «lieb» gewesen. «Die Gegentreffer waren ja quasi Geschenke. Das darf einfach nicht sein», ärgerte sich Nils Berger.

Egal wie frustrierend das gestrige Spiel auch gewesen sei, einmal mehr gelte es, die Niederlage schnellstmöglich abzuhaken und den Fokus wieder nach vorne zu richten, fuhr der Glarner, dem gestern sein zweites Saisontor gelang, fort. «Etwas anderes bleibt uns ja auch gar nicht übrig. Bereits am Dienstag gehts mit dem Spiel in Fribourg weiter. Da wollen wirs natürlich besser machen und eine Reaktion zeigen.»

Silvano Umberg

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch