Zum Hauptinhalt springen

Der alte Gemeindeschreiber ist der neue

Kaum im Ruhestand, führt Gemeindeschreiber Stephan Tschachtli die Geschäfte wieder. Er musste kurzfristig einspringen.

«Einen Besseren kriege ich nicht mehr. Er war Ruhepol, Leader und Experte in Personalunion. Ingrid Bertschi, die Humliker Steuersekretärin, gerät ins Schwärmen, wenn sie von ihrem alten Chef spricht. Sie ist froh, ist er wieder ihr neuer, zumindest vorerst.

Stephan Tschachtli war 19 Jahre lang Humlikons Gemeindeschreiber. Ende Februar 2013 gab er seine Amtsgeschäfte ab und trat offiziell in den Ruhestand – den er nicht lange geniessen konnte: Vier Monate später wählte ihn der Gemeinderat wieder ins Amt. Als Grund dafür gab er in den «Huemliker Nachrichte» den Unfall von Tschachtlis Nachfolger Reto Weber an, ohne dabei ins Detail zu gehen. Nach einem Motorradunfall ist Weber seit Wochen krankgeschrieben. Per Ende August löste der Gemeinderat das Arbeitsverhältnis auf. Jetzt muss Tschachtli wieder ran. «Der Markt liegt brach. Es ist derzeit schwer, einen geeigneten Nachfolger zu finden», sagt er. Er rechnet damit, bis Ende Jahr noch als Springer und Gemeindeschreiber ad interim amten zu müssen. Zumindest konnte er sein Pensum von 80 auf rund 50 Prozent reduzieren.

Gekommen, um wieder zu gehen

Lange zögern musste er nicht, als der Gemeinderat ihn bat, die Lücke kurzfristig wieder zu schliessen. Er sei ja nicht bereits mit gepackten Koffern am Flughafen gestanden, als ihn der Anruf erreichte. Aber: «An den Luxus des Seniorenlebens habe ich mich gerne gewöhnt», sagt Tschachtli. Er schmunzelt. Fleissig frönte der ehemalige Primarlehrer in der neuen freien Zeit begeistert seinen Leidenschaften.

Werkelte er nicht gerade an seinem 30-jährigen Haus in Buch am Irchel, in dem er mit seiner Frau wohnt, unterstützte er als Bass den Oratorienchor Schaffhausen oder führte behände den Pinsel. Zwei seiner Gemälde zieren sein neues altes Büro im Humliker Gemeindehaus. Mit Öl, Kreide und Acryl malt er Landschaften und Figuren. Auch seine drei Enkel halten ihn auf Trab: «Schon in drei Wochen könnten zwei weitere dazukommen.» Als Gemeindeschreiber begleitet er lokale Bauvorhaben besonders gerne, steht mit Rat und Tat zur Seite. «Betrat ein Bewohner sein Büro verärgert, verliess er es zufrieden wieder», sagt seine Stellvertreterin Ingrid Bertschi. Gestern verliess auch Tschachtli das Gemeindehaus.

Er verreist zwei Wochen nach Kroatien in die Ferien und hofft, seinen Urlaub möglichst bald völlig flexibel planen zu können.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch