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Der andere Plüss

Bern. Benjamin Plüss erzielte zwei Fribourger Tore beim 3:1 gegen den SCB, die Finalserie beginnt mit dem Stand von 2:2 am Samstag von vorne – aber nun heisst es: Heimvorteil Gottéron.

Aus dem «Best of seven» ist ein «Best of three» geworden. Wer zuerst zweimal gewinnt, ist Meister. Fribourg und der SC Bern haben wieder die gleichen Chancen, Gottéron meldete sich aus dem 0:2 definitiv in die Finalserie zurück. Dem 1:0 vom Dienstag liessen die Qualifikationssieger in Bern ein 3:1 (2:1, 1:0, 0:0) folgen. Es war gestern definitiv kein Eishockey-Abend für den Kanton Bern, denn in der Ligaqualifikation kassierte Langnau gegen Lausanne ein 1:3 und ist noch eine Niederlage vom Abstieg entfernt (vgl. Seite 34).

In der Finalserie wird die Entscheidung nicht so schnell fallen. Mindestens zwei Spiele sind noch nötig; spätestens am Donnerstag nächster Woche wird der Meister der Saison 2012/13 bekannt sein. Für das «Finale» hat sich Gottéron gestern das Heimrecht zurückgeholt.

Dank dem andern Plüss. Martin Plüss stand in den ersten zwei Partien hinter den Siegen des SC Bern. Gestern stand sein zwei Jahre jüngerer Bruder Benjamin im Mittelpunkt für Gottéron. Der Flügel der Toplinie, der am Dienstag das entscheidende Zuspiel zu Julien Sprungers 1:0 geleistet hatte, erzielte das 2:0 und das 3:1. Beim 2:0 enteilte er mit einem perfekt getimeten Zuspiel von Romain Loeffel dem Berner Abwehrduo Gerber/Roche – gespielt waren erst etwas mehr als viereinhalb Minuten. Das 3:1 schoss der 34-Jährige im Powerplay, allerdings war sein Weitschuss nicht unbedingt das, was man als typisches Powerplaytor bezeichnen würde. Fribourgs Plüss ist bei sechs Playoff-Treffern angekommen.

Gottéron startete in Bern besser als in den bisherigen zwei Heimspielen, das 1:0 nach 3:36 durch Sandy Jeannin war höchst verdient. Die Berner fanden mit einem Powerplay-Goal von Ryan Gardner (11.) besser, aber nicht ganz ins Spiel. Die Anzahl ihrer Chancen war definitiv kleiner als die der Fribourger, die sich diesen Sieg redlich verdienten.

Dieses Mal waren es am Ende die Berner (für die Furrer nach 59 Minuten nur den Pfosten traf), die mit regelwidrigen Attacken versuchten, den Gegnern den einen oder andern blauen Flecken zuzufügen. Das war nicht gerade die feine Art der Herren Rubin und Ritchie.

Bei Fribourgs Erfolgen fallen zwei Dinge auf: Erstens trifft Gottéron auswärts deutlich mehr als vor eigenem Publikum, zweitens siegen die Leute von Hans Kossmann, wenn sie das erste Tor erzielen. Gestern gingen sie – im vierten Spiel – erstmals mit einer Führung in eine Pause (am Dienstag war der einzige Treffer im letzten Drittel gefallen). Im eigenen Stadion gab es bisher zwei Got­téron-Treffer (durch Julien Sprunger und Benjamin Plüss), auf Berner Eis war Fribourg bereits sechsmal erfolgreich.

Diese Statistiken haben durchaus ihre Logik. Denn das spielerische Po­ten­zial der Fribourger ist um einiges höher als das der Berner. Das bedeutet nichts anders als: Wenn der SCB mehr tun muss als zerstören, dann hat er seine liebe Mühe. Beim ersten Spiel in Fribourg schoss er drei Kontertore, im ersten Heimspiel führte er schon nach vier Minuten 2:0. Die Berner sind im Prinzip eine «Kopie» der ZSC Lions aus dem letzten Jahr. Auch gegen die war es sehr schwer, einen Treffer zu erzwingen, wenn sie mal in Führung lagen. Auch die Meister von 2012 waren defensiv äusserst sattelfest, offensiv aber eher «langweilig».

Daran änderte auch nichts, dass gestern beim SCB mit Jaroslav Bednar ein «Künstler» sein Comeback gab. Dafür ging Joël Vermin aus der Ritchie-Linie früh vom Eis, die war nachher mit den Flügeln Loichat und Pascal Berger nicht so gefährlich wie in den ersten drei Spielen mit Campbell/Vermin. Vermin war nach einer der seltenen Körperattacken von Christian Dubé in der 5. Minute ausgeschieden.

Scherwey: Vier Sperren

Die Berner mussten zum dritten Mal in Folge auf Tristan Scherwey verzichten. Dem war vom Einzelrichter für seinen Check gegen den Kopf von Benjamin Plüss in Spiel 1 eine Sperre von zwei Partien auferlegt worden. Fribourg aber reichte beim Verbandssportgericht Rekurs ein – und das verdoppelte die Strafe gegen Scherwey auf vier Sperren. Zudem wurde die Busse von 1000 auf 1500 Franken erhöht. Dass der «kleine Plüss» die entscheidenden Treffer schoss, ist ein weiteres spezielles Kapitel aus all den Geschichten, die der Sport schreibt. Das Verbandssportgericht, die höchste juristische Instanz des Verbandes, stufte Scherweys Körpereinsatz gegen Plüss als «fahrlässig» (maximal vier Sperren) und nicht als «vorsätzlich» ein. Dem SCB blieb (ausser dem Gang an den CAS) keine Rekursmöglichkeit, Scherwey wird auch noch am Samstag fehlen. (red)

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