Zum Hauptinhalt springen

Der Autoverkehr bleibt ein Hauptproblem

Winterthurs Umweltbericht zeigt: Wir fahren zu viel mit dem Auto. Wir produzieren zu viel Feinstaub. Und wir sind noch sehr weit weg vom 2-Tonnen-CO2-Ziel. Doch wir sind zumindest auf gutem Weg.

5960 Kilogramm Kohlendioxid pro Kopf wurden 2012 auf Stadtgebiet ausgestossen; das haben Winterthurs Umweltfachleute berechnet. Das seien 440 Kilo weniger als vier Jahre zuvor. Geht es es in diesem Tempo weiter, 110 Kilo weniger pro Jahr, wird die Vorgabe, 2 Tonnen CO2 pro Person, ziemlich genau im Zieljahr 2050 erreicht. Das ist doch ein gutes Zeichen. Im Umweltbericht 2013 der Stadt Winterthur gibt es noch mehr Positives zu lesen, zum Beispiel zum Wasser. Gutes Wasser Das Trinkwasser, das zu 97 Prozent aus dem Töss-Grundwasser kommt, «ist von hervorragender Qualität». Die Wasserqualität in Flüssen und Bächen sei «nicht ganz so gut, jedoch zufriedenstellend, und hat sich in den letzten Jahren leicht verbessert». Noch immer gibt es zu hohe Nitratwerte, die vermutlich auf den Stickstoffeinsatz in der Landwirtschaft zurückzuführen sind. Besonders erfreulich für das einzige richtige Badegewässer Winterthurs, die Töss: «Die Wasserqualität ist gleichbleibend gut», heisst es im Umweltbericht. Weiterhin grün Positiv zu vermerken ist auch dies: Winterthur ist nach wie vor eine grüne Stadt. 41 Prozent des Stadtgebiets sind Grünflächen und Gewässer, 39 Prozent sind mit Wald bewachsen. Auf 12 Prozent der Fläche stehen Häuser und Anlagen, und 8 Prozent der Gemeindefläche beansprucht der Verkehr. Das grosse Aber: Die Siedlungsfläche nimmt auf Kosten der Landwirtschaft zu, von 1984 bis 2008 war es ein Plus von 15 Prozent. Umweltpolitik gegen das Auto Ein beherrschendes Thema des Umweltberichts ist der Verkehr, vor allem der Autoverkehr, der auch in den Bereichen Luft und Lärm mitspielt. Der Umweltbericht hält dazu unmissverständlich fest: «Die Stadt versucht mit verschiedenen Massnahmen, den motorisierten Verkehr einzudämmen.» Und weiter hinten heisst es: «Die Parkraumpolitik ist ein Schlüsselthema für die Erzeugung des motorisierten Individualverkehrs.» Das sind klare Worte im Vorfeld der Wahlen auch von den bürgerlichen Stadtratsmitgliedern Michael Künzle und Barbara Günthard-Maier, die den Umweltbericht unterschrieben. Im Jahr 2010 fuhr jeder Winterthurer und jede Winterthurerin jeden Tag im Schnitt 35,5 Kilometer weit, davon 16,6 Kilometer mit Auto oder Motorrad. Die Zahl der zugelassenen Autos ist ständig am Steigen – und das liegt nicht nur am Bevölkerungswachstum. Vor zehn Jahren gab es 405 Personenwagen pro 1000 Einwohner, jetzt sind es 416. Lärm über den Grenzwerten Der Verkehr hat Folgen, zum Beispiel diese: «15 Prozent der Bevölkerung, etwa 15 000 Personen, leiden aufgrund ihrer Wohnlage unter Strassenlärm über den Grenzwerten». Jene 500 Gebäude, deren Bewohner sogar über dem Alarmwert zu leben hatten, sind inzwischen mit schalldichten Fenstern versehen. Der Verkehr ist auch hauptverantwortlich für die Luftverschmutzung. «Die Qualität der Luft liegt in einem Bereich, der gesundheitliche Schäden nicht ausschliesst», warnt der Bericht. 51 Prozent des Feinstaubs gehen aufs Konto des Verkehrs, 20 Prozent aufs Konto des Baugewerbes, 1 Prozent trägt die KVA bei. Bei den Stickoxiden werden sogar 70 Prozent dem Verkehr zugeschrieben. Die sommerlich hohen Ozonwerte, jahrelang ein Hauptproblem der Luftreinhaltung, sind heute einiges tiefer als vor 20 Jahren; noch immer aber wird der Stundengrenzwert jedes Jahr 100 bis 250 Mal überschritten.www.ugs.winterthur.ch/publikationen

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch