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Der Bestseller kommt gratis aufs Tablet

Ab morgen kann man in den Winterthurer Bibliotheken auch E-Books ausleihen. Mit 3000 Titeln ist das Angebot zwar ein Vielfaches kleiner als bei der Ostschweizer Konkurrenz. Dafür setze man konsequent auf populäre Titel, sagt Bibliotheksleiter Hermann Romer.

E-Book-Reader werden auch in der Schweiz immer beliebter. Besonders in den Ferien: Statt mehrere dicke Schmöker mitzuschleppen, reicht ein handliches Gerät. Geeigneten Lesestoff dafür gibt es neuerdings auch in der Bibliothek. Morgen starten die Stadtbibliotheken Winterthur, Zürich, Aarau und Basel ihr E-Book-Angebot.Wer ein Lesegerät und eine Jahreskarte besitzt, kann auf der Internetseite der Stadtbi­bliothek aus Hunderten E-Books und E-Hörbüchern auswählen. Mit einem Klick werden sie auf den E-Book-Reader oder das Tablet geladen. Acht Medien darf man aufs Mal ausleihen. Die Leihfrist beträgt 14 Tage, danach wird der Titel automatisch gelöscht. Das Zurückgeben (und allfällige Mahngebühren) entfallen.

Toptitel jederzeit verfügbar

Die Städte Winterthur und Zürich sind Nachzügler. In St.Gallen existiert der elektronische Bibliotheksverbund «Dibiost» seit 2011. In diesem Sommer haben sich ihm 57 Zürcher Gemeindebi­bliotheken angeschlossen. Ihnen stehen gesamthaft 27'000 digitale Medien zur Verfügung, dar­un­ter auch Filme, Zeitungen und Musik.In Winterthur setzt man auf die gleiche Portallösung wie in St.Gallen, bietet aber vorerst nur 3000 Titel an. «Wir setzen bei elektronischen Medien ganz bewusst auf die beliebtesten Titel», erklärt Hermann Romer, Leiter der Stadtbibliothek. Diese kaufe man gleich mehrfach. Auch bei digitalen Medien kann es nämlich Wartefristen geben – die Bi­blio­theken dürfen sie nur so oft verleihen, wie sie dafür Lizenzen bezahlt haben. Auf Zeitungen, Musik und Filme verzichtet man dagegen. Das Angebot des Portaldienstes überzeugte nicht.Die E-Book-Bi­bliothek ist also quasi die elektro­nische Erweiterung des «Bestseller»-Regals, in dem die Stadtbibliothek beliebte Neuerscheinungen bereithält. Im Gegensatz zur Papierkopie entfällt dabei aber die Extragebühr von drei Franken pro Ausleihe. Zumindest bis Ende Jahr ist das E-Angebot für Bibliothekskunden gratis. Wer dem Papier ganz entsagt, soll bald für 30 Franken eine Onlinejahreskarte lösen können. Romer hofft aber, dass die meisten Kunden ihrer Bibliothek treu bleiben. «Wir gehen von einem hybriden Kunden aus, der beide Angebote benutzt.» In der Bibliothek finden Kunden zudem Beratung und Hilfe beim Einrichten der Geräte.

30'000 Franken jährlich

Rund 100'000 Franken investierten die vier Städte bisher ins Projekt, 30'000 davon kommen aus Winterthur. Dieser Betrag soll auch in den kommenden zwei Jahren jährlich in den Ausbau investiert werden. Allerdings nicht aus der Laufenden Rechnung, sondern aus bibliothekseigenen Fonds und Fördergeldern des Bundesamts für Kultur.

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