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Der Bundesrat öffnet den Flugplatz Dübendorf der Geschäftsfliegerei

Der Bundesrat hat sich für eine gemischte Nutzung des ehemaligen Militärflugplatzes Dübendorf entschieden. Er gibt das Areal als Standort für einen Innovationspark frei, lässt aber auch die Geschäftsfliegerei zu.

Dass sich der Bundesrat für eine gemischte Nutzung des Flugplatzes Dübendorf – Innovationspark plus zivile Aviatik – entschieden hat, kommt nicht unerwartet. Schon als er vor Monaten die Suche nach einer Aviatikfirma lancierte, wurde deutlich, dass er sich schwertun würde, den Flugbetrieb ganz aus Dübendorf zu verbannen. In der Folge bewarben sich zwei Firmen: das Konsortium Flugplatz Dübendorf AG und die Topmotion GmbH, hinter der auch die ehemalige SVP-Regierungsrätin Rita Fuhrer steht. 70 Hektaren für Innovation Der Bundesrat hat sich für die Flugplatz Dübendorf AG und damit für die bisherige Favoritin entschieden, wie die Bundesratsmitglieder Doris Leuthard (CVP) und Ueli Maurer (SVP) gestern an einer Medienkonferenz bekannt gaben. Gleichzeitig will der Bundesrat das 230 Hektaren grosse Areal, das dem Bund gehört, auch als Standort für einen Innovationspark nutzen. Dafür sind 70 Hektaren vorgesehen. Diese Nutzung für die Wissenschaft und Forschung entspricht auch den Wünschen der Zürcher Regierung. Sie hat aber immer klargemacht, dass sie die Weiterführung des Flugbetriebs ablehnt. Entsprechend kommentierte Volkswirtschaftsdirektor Ernst Stocker (SVP) den Entscheid gestern mit einem «weinenden und einem lachenden Auge», wie er auf Anfrage sagte. Ein zweiter Flughafen in einem dicht besiedelten Gebiet sei für die Bevölkerung eine grosse Belastung. Die Regierung werde ihre Möglichkeiten im Rahmen des nun folgenden Bewilligungsprozesses wahrnehmen, ihren ablehnenden Standpunkt weiter einzubringen. Dieser Prozess wird mehrere Jahre in Anspruch nehmen. «Nicht die beste Nachricht» Dass die Weiterführung eines fliegerischen Betriebs auch für die Anwohner unerwünscht ist, weiss der Bundesrat. «Wir sind uns bewusst, dass das für die lokale Bevölkerung nicht die beste Nachricht ist», sagte Leuthard. Maximal 28 000 Flugbewegungen jährlich sind laut ihren Angaben in Dübendorf zulässig. Heute sind es mit 14 500 halb so viel. Der Flugbetreiber müsse die Lärmgrenzwerte einhalten und mit beschränkten Betriebszeiten leben. Ausserdem werde die Flugpiste auf 1800 Meter verkürzt, sodass grössere Flugzeuge nicht starten und landen könnten. Von heute auf morgen müssen die Anwohner allerdings nicht mit mehr Fluglärm rechnen. Die ausgewählte Firma könne den Betrieb wohl erst 2020 aufnehmen, sagte Leuthard. Die Bewilligung dafür gilt für 30 Jahre. Laut der Verkehrsministerin hat sich der Bundesrat für die Dübendorf AG entschieden, weil diese einen selbsttragenden Betrieb habe garantieren können. Subventionen vom Bund erhalte sie nicht, und sie zahle einen Baurechtszins (Artikel rechts). Laut Verteidigungsminister Maurer wird auch die Armee weiterhin einen Teil des Flugplatzes für He­li­ko­pterflüge nutzen, ebenso die Rettungsflugwacht und die Kantonspolizei Zürich. Diese würden im Norden des Flugplatzes konzentriert. Der Betrieb für Armeejets bleibt eingestellt. Asylzentrum möglich Offen bleibt die in den letzten Tagen aufgeworfene Frage, ob der Bund auf dem Flughafengelände auch ein Bundeszentrum für Asylsuchende einquartieren will. Laut Zeitungsberichten hat SP-Bundesrätin Simonetta Sommaruga im Bundesrat einen entsprechenden Antrag gestellt. Ob dies zutrifft und ob in Dübendorf nun mit einem solchen Zen­trum gerechnet werden muss, war gestern nicht in Erfahrung zu bringen. Sommarugas Mediensprecher Philipp Schwander bestätigte auf Anfrage nur, dass der Kanton Zürich eines der sechs in der Schweiz geplanten Bundeszentren für Asylsuchende übernehmen muss. Zum möglichen Standort Dübendorf äusserte sich Somma­ruga nicht. Sie präzisierte einzig, die Standortentscheide fielen bis Ende Jahr. Vage blieb auch Bundesrat Maurer. Der Bund stehe in Verhandlungen mit dem Kanton Zürich. «Wenn er nun einen Innovationspark erhält, soll er auch Hand bieten für ein Asylzentrum.» Thomas Schraner

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