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Der Druck auf die Swiss wächst

Die Fluggesellschaft Etihad Regional baut ihr Streckennetz in Europa aus. Auch ab Zürich und Genf sind neue Destinationen geplant. Damit verschärft sich der Konkurrenzkampf in Europa – auch für die Swiss.

Vor rund einer Woche kündigte die Swiss an, zukünftig 22 neue Destinationen ab Zürich anzufliegen. Gestern hat die im Tessin beheimatete Darwin Airline, die unter dem Namen Etihad Regional fliegt, ihrerseits einen Ausbau des Streckennetzes angekündigt. Die Anzahl der Destinationen in Europa steigt um 9 auf 37. Ab Zürich neu angeboten werden Flüge nach Prag, Pristina und Venedig sowie Palma de Mallorca (nur im Hochsommer). Von Genf aus werden neue Verbindungen nach Calvi und Figari auf Korsika in den Flugplan aufgenommen. Der Ausbau erfolgt – wie bei der Swiss – ab dem Sommerflugplan 2015. Bereits in diesem Jahr wächst Etihad Regional kräftig. Wie CEO Maurizio Merlo gestern vor den Medien sagte, erwarte das Unternehmen für das laufende Jahr einen Umsatz von 90 Millionen Franken. Nächstes Jahr sollen es 40 Prozent mehr werden. Der Personalbestand ist seit Anfang Jahr von 100 auf 320 Personen gestiegen. «Wir sind in einer Wachstumsphase», so Kommerzchef Christian Schneider. Entscheid über Beteiligung Hinter den ehrgeizigen Wachstumsplänen steckt Etihad Airways, die der Herrscherfamilie von Abu Dhabi gehört. Die nationale Airline der Vereinigten Arabischen Emirate will einen Drittel der Aktien von Darwin Airline übernehmen. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) hat dazu allerdings noch kein grünes Licht gegeben. Es hat im vergangenen Juni beanstandet, dass die geplante Zusammenarbeit zu einer Kontrolle von Etihad über Darwin führen könnte. Dies wäre ein Verstoss gegen die Vorschrift, dass Schweizer Fluggesellschaften – wie auch Fluggesellschaften in der EU – zu mehr als 50 Prozent in europäischer Hand sein müssten. Das Bazl äusserte unter anderem Bedenken am vorgesehenen Mitspracherecht von Etihad bei der Besetzung von Spitzenpositionen bei Darwin. Bis Ende des Monats will das Bazl die Bedingungen bekannt geben, die für die geplante Beteiligung gelten. Auch andernorts wird die Expansion durch Regulierungsbehörden gebremst. So verbot das deutsche Luftfahrtbundesamt vergangene Woche das Codesharing von 34 gemeinsamen Flügen, die Air Berlin durchführt. Etihad ist bei Air Berlin im Jahr 2011 mit einer Beteiligung von knapp 30 Prozent eingestiegen und hat seither massgeblich zum Überleben der in Schwierigkeiten steckenden Fluggesellschaft beigetragen. Etihad profitierte dadurch von einem besseren Zugang zum deutschen Markt und zusätzlichen Umsteigepassagieren am Etihad-Hub in Abu Dhabi. Eine ähnliche Strategie scheint die Airline vom Persischen Golf in Italien zu verfolgen: Bis Ende Jahr will sie 49 Prozent der kriselnden Alitalia übernehmen. Mehr Passagiere Erst gestern wurde zudem über eine weitreichende Kooperation zwischen Alitalia und Air Berlin informiert. Durch ein Codesharing-Abkommen sollen Passagiere von Air Berlin auch Alitalia-Flüge buchen können und umgekehrt. Die gemeinsamen Flugnummern gelten für Direkt- verbindungen zwischen Italien, Deutschland, Österreich und der Schweiz. Bereits beteiligt ist Etihad zudem an Air Serbia und an der irischen Aer Lingus. Mit den Kooperationen und Beteiligungen will Etihad nicht nur den europäischen Markt aufmischen, sondern vor allem auch mehr Passagiere für Langstreckenflüge ab Abu Dhabi gewinnen. Zuletzt offenbar mit Erfolg: Wie Etihad gestern mitteilte, wurden im abgelaufenen Quartal 30 Prozent mehr Passagiere befördert als im Vorjahreszeitraum. Auch der Umsatz des Unternehmens stieg um fast 30 Prozent. Angaben zum Gewinn wurden keine gemacht.

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