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Der EHCW besteht den Playoff-Test

Winterthur. 3:2 nach Penaltyschiessen: Nach über einem Jahr und sieben Niederlagen in Folge gegen die Glattaler kann der EHC Winterthur Dübendorf wieder bezwingen – und beweist damit, für die Playoffs gerüstet zu sein.

Für die Entscheidung war ausgerechnet einer besorgt, dem es in den letzten Wochen nicht sonderlich gut gelaufen ist: Spencer Rezek lief als 13. Schütze zum 16. Schuss im Penaltyschiessen an und bezwang Dübendorfs Goalie Remo Trüb zum 3:2. Damit war der EHCW nicht unverdient der Sieger im Duell zweier alter Rivalen, in dem es zwar um nichts mehr ging, das aber trotzdem so schnell und intensiv geführt wurde, als sei es schon der Playoff-Final. Und da hoffen beide, sich in der nächsten Begegnung wieder zu treffen. Vorher stehen noch andere Aufgaben an: für den EHCW am Dienstag in der 2. Runde der Cup-Qualifikation der Match in Herisau und am Samstag der erste Playoff-Viertelfinal in der Deutweghalle gegen den EHC Chur. Negativserie beendet Für die EHCW-Spieler war es wichtig, diesen Match gewonnen zu haben, obwohl das keine Verbesserung in der Tabelle mehr einbrachte. Denn sie hatten gegen Dübendorf in dieser Saison schon dreimal verloren und auch in der vergangenen Spielzeit nur eine von sieben Begegnungen gewonnen. So etwas nagt irgendwann an der Moral und am Selbstvertrauen. Aber es ist angesichts dieser Statistik auch klar, dass Dübendorf als überlegener Leader nach Qualifikation und Masterround, fünf Punkte vor dem EHCW, «l’équipe à battre» in der Erstliga-Ostgruppe bleibt. Aber die Winterthurer haben sich selber bewiesen, dass sie den Titelverteidiger noch schlagen können, und das ist wichtig, sollte es in dieser Saison noch einmal zu einem Vergleich kommen. Freilich brauchts für einen Sieg nach Penaltyschiessen immer ein wenig Glück und es hätte ebenso gut passieren können, dass die Winterthurer das Eis wieder als Verlierer verlassen hätten. Allerdings waren sie schon in der regulären Spielzeit dem Sieg ziemlich nahe, genauer: nur 24 Sekunden davon entfernt. 59:36 zeigte die Uhr nämlich, als der Dübendorfer Verteidiger Damian Reichart von der blauen Linie abzog und zum 2:2 ins Netz traf – sehr zum Ärger der Winterthurer, die in den Minuten davor ihren knappen Vorsprung gut verteidigt und den Glattalern nur noch wenige Chancen zugestanden hatten. «Dieser Schuss hätte nie aufs Tor kommen dürfen», sagte EHCW-Trainer Markus Studer, der aber auf den Lerneffekt hofft: «Das sind Si­tua­tio­nen, mit denen wir in den Playoffs besser umgehen müssen», fordert er. Wieder ein schwacher Start Dass es um die mentale Stärke der Winterthurer gut bestellt ist, zeigte sich danach: Sie steckten den späten Ausgleich nämlich erstaunlich locker weg und standen dem Sieg auch in der fünfminütigen Overtime bedeutend näher als Dübendorf, das keine nennenswerten Chancen mehr hatte. Davon erspielte sich der EHCW einige, und dass er sie nicht nutzte, war auch ein Kritikpunkt. Ein anderer war der Beginn des Spiels: Im ersten Match der Masterround vor ein paar Wochen hatten die Winterthurer in Dübendorf den Start verschlafen, was ihnen eine 2:4-Niederlage einbrockte. So hätte es auch am Samstag herauskommen können. Denn Dübendorf war im Startdrittel gedanklich präsenter, gab ein hohes Tempo vor und erspielte sich genügend Möglichkeiten für einen Vorsprung von einem oder zwei Toren. Das Verdienst der Winterthurer war es, aus der anfänglichen Unterlegenheit die richtigen Schlüsse zu ziehen: «Wir haben Dübendorf zu viel Raum gelassen, deshalb wurde es gefährlich», erklärte Trainer Studer. Vom zweiten Drittel an war der Match dann ausgeglichen, und siehe da: Dübendorf, zuvor in zehn Spielen in Folge ungeschlagen, zeigte Nerven: Das Team von Christoph Schenk begann, sich Strafen einzuhandeln, die nicht nötig gewesen wären. Der EHCW dagegen verfügte über starke «Special Teams»: Beide Tore fielen im Powerplay durch Marco Tanner, der zweimal am richtigen Ort stand: beim 1:0 in der 24. Minute nach einem Schuss Mattia Guidottis, den Luca Homberger Richtung Tor abgelenkt hatte, und in der 52. Minute beim 2:1 nach einem Onetimer Hombergers. Dieses Tor war auch eine Antwort auf Dübendorfs 1:1, das Andreas Bührer in der 44. Minute besorgt hatte. Starker Zucchetti Sieben Strafen gabs auf jeder Seite, und das zeigt, dass der EHCW auch im Boxplay erfolgreich war, zumindest nachdem er die erste Unterzahlsi­tua­tion nach fünf Minuten mit viel Glück ohne Gegentor überstanden hatte. Da zeigte sich auch, dass der EHCW über einen exzellenten zweiten Goalie verfügt. Denn es stand erstmals seit der 2:4-Niederlage kurz vor Weihnachten in Dübendorf nicht der untadelige Remo Oehninger im Tor, sondern Brenno Zucchetti – und er wurde nebst Doppeltorschütze Tanner zu einem der Matchwinner für den EHCW. Mit zwei starken Torhütern sind die Winterthurer jedenfalls sehr gut gerüstet für die Playoffs. Aber das gilt auch in anderer Hinsicht: Sie haben in der Masterround neun Spiele hintereinander gewonnen, und die letzten drei waren äusserst eng: der Match in Romanshorn nach einem 0:3-Rückstand mit vier Toren in den letzten acht Minuten, der 4:3-Sieg gegen Frauenfeld dank einem Powerplaytor in der Verlängerung und jetzt der Sieg in der Penaltyentscheidung gegen Dübendorf. Solche Siege müssten für das nötige Selbstvertrauen sorgen.

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