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Der erste Jahrgang Muscat Oliver ist bereit

2700 Liter in 5000 Flaschen: Die Kellerei im Berghof hat gestern erstmals ihren eigenen Wein abgefüllt.

Um acht Uhr morgens schraubt Lukas Kindhauser noch an der Abfüllanlage herum. «Ich kenne sie schon auswendig, bevor die erste Flasche abgefüllt ist», sagt der Weintechnologe und Winzer, auf der Leiter stehend. Bis anhin hatte sein Vater, Winzermeister Beni Kindhauser, die Ernte der drei Hektaren Reben rund um den Berghof ob Wiesendangen an die Volg-Kellereien geliefert und den fertigen Wein zurückgekauft. Seit dieser Saison keltern Vater und Sohn nun selbst.

Kurz nach acht läuft die Anlage: An einem Ende reiht Vater Beni leere Flaschen aufs Laufband, am anderen nehmen Mutter Claudine und Schwester Monika sie gefüllt und verzapft entgegen. Lukas Kindhauser justiert derweil nach – einmal schaut der Zapfen aus der Flasche, einmal fehlt er ganz. «Aller Anfang ist schwer», beruhigt ihn Vater Beni. Aber schnell stehen Dutzende Flaschen der Sorte Muscat Oliver bereit. Eine erste wird zur Degustation geöffnet: Der Muskatgeschmack rundet den Weisswein lieblich ab.

Mageres Weinjahr

Fast 5000 Flaschen Weisswein wurden gestern abgefüllt, während der Rotwein noch bis August reift. Kindhausers haben rund 700 000 Franken in die Weinkellerei investiert, die ans ehemalige Bauernhaus am Berghof angebaut wurde. Nun fassen zwei Dutzend Tanks insgesamt 35 000 Liter. Vorerst musste man sich aber mit weniger Wein begnügen – 2012 sei ein mageres Jahr gewesen: «Der kalte Frühling und Mehltau haben der Ernte zugesetzt», sagt Lukas Kindhauser. «Dafür ging die ganze Ener­gie­ in die verbliebenen Trauben.» Die Ernte ergab 10 000 statt der erwarteten 15 000 Liter. Trotzdem sei die eigene Kellerei lukrativ, sagt der 29-jährige Lukas Kindhauser, der den Generationenbetrieb einmal ganz übernehmen wird. Und ebenso wichtig: Jetzt könne man den Kunden wirklich eigenen Wein anbieten. (jig)

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