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Der erste Pächter ist pleite

Davos?Der Pächter des Davoser Luxushotels Intercontinental hat gestern nach nur einem halben Jahr Betrieb die Bilanz deponiert. Doch die Angestellten können aufatmen.

Kurz vor Mittag hat die Pächterin des Davoser Hotels Intercontinental, die Stilli Park AG, gestern in Chur die Bilanz deponiert – bereits am Nachmittag war klar, dass der Betrieb weitergeführt wird. Die Credit Suisse, zu deren Immobilienfonds das Davoser Luxushotel gehört, präsentierte als neue Pächterin die Davoser Weriwald AG. Die Gesellschaft bezweckt gemäss eigenen Angaben direkt oder indirekt das Führen, Beraten oder Finanzieren von Hotel- und Gastronomiebetrieben. Laut CS stellt die neue Pächterin die nahtlose Weiterführung des Hotels Intercontinental sicher. Allen Mitarbeitenden, die in ungekündigtem Arbeitsverhältnis stünden, werde ein Arbeitsvertrag mit der neuen Pächterin angeboten. Bei der Stilli Park AG, der bisherigen Pächterin, sollen sich die Schulden auf rund 3 Millionen Franken belaufen. Die Stilli Park AG verfügt über ein Aktienkapital von 2 Millionen Franken, das bei einem Konkurs verwertet wird. Am meisten Geld schuldet die Gesellschaft der Hotelgruppe Intercontinental, mit der die Stilli Park einen Managementvertrag abgeschlossen hat. Intercontinental betreibt die Luxusherberge und tritt als Gastgeber auf. Besitzer der imposanten Baute, die wegen der eigentümlichen Farbe und Form «Goldenes Ei» genannt wird, ist der Credit Suisse Real Estate Fund Hospitality, ein Immobilienfonds der Grossbank. Der Immobilienfonds darf aus rechtlichen Gründen kein Hotel betreiben.

«Misserfolg des Objekts»

Schuld am Konkurs habe niemand, sagte Stilli-Verwaltungsratspräsident Buchli gestern im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA. Der Grund für die Pleite liege am «Misserfolg des Objekts». Konkret gab es Schwierigkeiten vor der Hoteleröffnung, die auf Anfang November letzten Jahres geplant war, aber erst am 19.Dezember erfolgte. Ein grosser Wasserschaden wurde bekannt, tatsächlich gab es zudem mehrere kleinere, die nicht an die Öffentlichkeit drangen. Buchli zeigte sich überzeugt, dass sich ein Hotel der Luxusklasse in Davos rentabel betreiben lasse. Es brauche einfach eine Anlaufzeit. Der Immobilienfonds der CS investierte insgesamt 250 Millionen Franken in die Überbauung, zu der 38 Zweitwohnungen gehören. Die Investitionen allein in das Luxushotel beliefen sich auf 155 Millionen Franken.

Fast 50 Köche im Einsatz

Lucas Meier, Manager des CS-Immobilienfonds, hatte nach der Eröffnung vom Hotel geschwärmt. Das Intercontinental in Davos sei eines der grössten Hotelprojekte im Alpenraum. Tatsächlich beeindrucken die Dimensionen: 216 Zimmer und Suiten mit Balkonen stehen zur Verfügung. Der Spa erstreckt sich auf 1200 Quadratmetern, die Fläche für ein Dutzend Konferenzräume misst 1500 Quadratmeter. Drei Restaurants, Bars und ein Sportgeschäft sind ebenfalls Teil des Hotels. Für das Wohl der Gäste sorgen über 200 Beschäftigte, darunter 45 Köche.

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